Samuel West mit dem „Itera“-Fahrrad aus Plastik, das den schwedischen Rad-Markt revolutionieren sollte. Dafür war es aber nicht robust genug...
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Schreibstift extra für Frauen
Das Harley Davidson Parfum „Heißer Asphalt“ sollte kerlige Biker umwehen, der Spezial-Kuli für Damen Frauenherzen höher schlagen lassen. Die „Verjüngungs-Gesichtsmaske“ verhieß ewige Jugend per Elektroschocks und beim Trump-Monopoly sollte sich jeder noch so arme Schlucker wie ein Milliardär fühlen.
61 Produkt-Flops gesammelt
So bunt gemischt Samuel Wests Exponate im „Museum of Failure“ auch sind, haben sie doch eins gemeinsam: Sie alle waren am Markt ein katastrophaler Reinfall. 61 Perlen gefloppter Produkte sammelte West in den letzten zwei Jahren, darunter Rohrkrepierer von Weltmarken wie Apple (Spielkonsole Pippin), Sony (verlor mit Betamax den Videoformat-Kampf gegen VHS), Coca-Cola („Blak“-Cola mit Kaffeegeschmack) oder der Zahnpasta-Riese Colgate – im 500 Quadratmeter großen Museum vertreten mit seiner desaströs gescheiterten Rindfleisch-Lasagne.
Erst die Colgate-Lasagne futtern, dann Zähneputzen? Das schmeckte Kunden überhaupt nicht.
© Sofie Lindberg
Scheitern ist keine Schande
„Natürlich wirken manche Ideen unfreiwillig komisch“, sagt West dem KURIER. Aber mit dem Museum verfolgt er auch ernste Absichten: „Für uns zählt nur der Erfolg, wir sind alle besessen davon. Flops und Fehler werden gern verschwiegen und verdrängt. Dabei erleidet jeder Mensch mal Schiffbruch mit einer Idee. Bei neuen Produkten gibt es sogar weit mehr Flops als Erfolgsstorys. Aber aus diesen Fehlern kann man lernen, ohne sie kann es keine Innovation geben.“ So liegt zum Beispiel Apples „Newton“-Messagepad als Tech-Desaster im Ausstellungsraum – der Vorläufer des gigantisch erfolgreichen iPhones. Das Scheitern hat eine Chance verdient, ist das Credo des Kurators. Nur bitte beim eigenen Museum nicht ...
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