Multimedia-Schau „nineties berlin“

18-Jährige mischt die 90er auf

Millennium-Mädchen Sarah riskierte schon mal einen ersten Blick.

Sarah Hegazy
Lesezeit 2 Min
Sarah Hegazy am Plattenteller im Loveparade-Raum. 

Sarah Hegazy am Plattenteller im Loveparade-Raum. 

© Sabine Gudath

Ich gehöre zu jener Generation, die die 90er-Jahre nicht erlebte – nun wird das Jahrzehnt in der Ausstellung „nineties berlin“ lebendig. Die beeindruckende Schau entstand in Zusammenarbeit mit dem DDR Museum.

Dr. Stefan Wolle. 

Dr. Stefan Wolle. 

© Sabine Gudath

Im ersten Raum erwartet die Gäste ein Panorama-Film, der auf einer 55 Meter langen Leinwand die Nachwende-Geschichte erzählt. Wow! Weiter geht’s mit 13 Zeitzeugen, die von ihren Erlebnissen der 90er-Jahre berichten, darunter Gregor Gysi (Linke), der Klaus Wowereit lobt: „Er hat aus Berlin eine Metropole gemacht.“ 

Eine beeindruckende Schau

Beeindruckend wird’s danach: Im Innenhof steht ein Stück der Mauer, hier werde auch ich mit dem Ausmaß des Schreckens konfrontiert, den der Beton verursachte. Ein beklemmendes Gefühl. Darunter hängen in einem Tunnel 140 Maschinengewehre, eins für jeden Mauertoten. „Es war uns wichtig, auch das zu thematisieren“, sagt Historiker Dr. Stefan Wolle. „Die Mauer gehört dazu. Nur durch ihren Fall konnte sich das bunte Leben in den 90ern entwickeln.“

Mauerspecht Tobias Trißl (25) klopft Erinnerungsstücke aus dem Stein. 

Mauerspecht Tobias Trißl (25) klopft Erinnerungsstücke aus dem Stein. 

© Sabine Gudath

Am Ende wird in einem Techno-Labyrinth die Freiheit gefeiert, bevor die Besucher ins Hier und Jetzt stolpern. Für mich war die Schau beeindruckend. Und ich verstehe nun etwas besser, welche Emotionen die Berliner vor und nach dem Fall der Mauer durchlebt haben.   

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