Der Mauer-Wachturm ist einer der letzten in Berlin. Jörg Moser-Metius, der mit dem Projekt Berlin Wall Exhibition das acht Meter hohe Bauwerk als privates Museum betreibt, musste gestern die rote Zipfelmütze vom Dach nehmen.
Nur eine Satire
„Eigentlich störte sich fast niemand daran. Auch die Besucher nicht, die wir im Turm über die Geschehnisse an der Mauer aufklären“, sagt Moser-Metius. „Sicher war die deutsche Teilung schlimm. Die Mütze auf dem Wachturm ist für uns aber eine Art Satire, mit der wir zu Weihnachten versuchen wollen, der bedrückenden Atmosphäre des Ortes etwas entgegenzusetzen.“
Die bis zu vier Meter im Durchmesser große Stoffverzierung sah auch der AfD-Abgeordnete Martin Trefzer von seinem Bürofenster im naheliegenden Abgeordnetenhaus. Ihn störte der Anblick.
Nach einer Beschwerde eines AfD-Abgeordneten, musste der rote Stoff entfernt werden.
© Thomas Uhlemann
Behörde verbot die Mütze
Nein, es war nicht die rote Mützenfarbe. „Es ist einfach pietätlos, eine Weihnachtsmütze auf einen Wachturm zu setzen, der unter Denkmalschutz steht und der an die Teilung Berlins und die Mauertoten erinnern soll“, sagte Trefzer.
Er brachte im Kulturausschuss seine Mützenkritik zur Sprache. Die Folge: Das Bezirksamt Mitte wurde als Turm-Eigentümer informiert. Die Behörde verbot die Mütze, forderte den Betreiber auf, diese nun vom Turm zu entfernen.
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