Wie gelang es den Dieben, in das Gebäude zu gelangen?
Gegen 3.30 Uhr sind die Täter aus Richtung Hackescher Markt über die Bahntrasse gelaufen. Sie sind über eine ausziehbare Alu-Leiter aus dem Baumarkt auf einen Sims geklettert und über ein Fenster in das Museum eingestiegen. Auf dem selben Weg sollen sie 20 Minuten später das Haus wieder verlassen haben.
War der Diebstahl gut vorbereitet?
Die Uhrzeit war ideal ausgewählt. Die S-Bahnen fahren erst wieder gegen vier Uhr. Früh am Morgen sind kaum Leute auf der Straße.
Was weiß die Polizei über den Tathergang?
Inzwischen steht fest, dass die Diebe eine Schubkarre bei sich hatten. Es gibt Hinweise und Spuren darauf, dass sie mit einer Karre im Gebäude unterwegs waren. Im Haus liefen sie einen Gang hinunter. Dann zerschlugen sie das Panzerglas, hinter dem der Schatz gezeigt wurde. Sie verluden das Gold in die Karre und machten sich auf und davon.
Auf welche Art und Weise flüchteten sie?
Der in einem Parkhaus in Steglitz angezündete Mercedes könnte eventuell Täterfahrzeug sein.
© Lehrke
Sie seilten sich am Monbijoupark ab. Die Polizei hat inzwischen ein Seil gefunden. Ob sie dabei die Münze ebenfalls abseilten ist unklar.
Gab es Spuren am Tatort?
Zunächst erinnerte lediglich die zertrümmerte Vitrine aus Panzerglas im Münzkabinett des Museums an den Einbruch. Sie war bis Dienstag weggeräumt, es gab aber noch erhebliche Kratzer am Boden. Zudem entdeckte man bei der Spurensuche unterhalb des Gebäudes eine Aufschlagstelle am Bahndamm.
„Das lässt für uns eindeutig den Schluss zu, dass die Münze aus größerer Höhe – drei oder vier Meter – aufgeschlagen ist und Schaden genommen hat“, sagt der Polizeisprecher Winfried Wenzel. Ob die Münze absichtlich auf das Gleisbett geworfen wurde oder beim Abstieg mit der Leiter entglitt, ist bisher noch unklar.
Hatten die Täter Helfershelfer im oder aus dem Museum?
Ein Trumm aus hundert Kilogramm Gold: Die Münze hat einen Materialwert von ca. 3,7 Millionen Euro.
© dpa
Der Polizeisprecher formuliert es so: „Kann ein Täter, der zufällig am Bode-Museum vorbeiläuft, ein derartige Tat begehen? Da ist die Antwort eher Nein.“ So ein Millionencoup bedarf einer weitsichtigen Planung und möglicherweise einen Verbündeten im Gebäude, der die Risiken minimiert.
Es steht noch nicht fest, ob einer der wenigen Wachleute, die in der Nacht im Einsatz waren, am Goldraub beteiligt war. Die Polizei schließen aber auch einen anderen Helfer, der sich im Gebäude versteckte, nicht aus. Entweder vom Personal oder ein Besucher, der sich Sonntagabend einschließen ließ. Dieser Helfer könnte dann auch die Karre bereitgestellt haben.
Warum reagierte das Wachpersonal nicht?
Das ist noch unklar. Als das Panzerglas zerschlagen wurde, muss es höllisch gekracht haben. Das müsste ein Wachmann eigentlich hören. Noch dazu, wenn es draußen ganz ruhig ist. Der Einbruch wurde aber erst um vier Uhr entdeckt, als die erste S-Bahn wieder unterwegs war.
Ist das Bode-Museum alarmgesichert und und warum sprang die Sicherheitstechnik nicht an?
„Wenn man in der Bahn sitzt, sieht man, wie nah das Fenster zur Trasse ist. Das könnte verlockend sein“, sagt Rob Reimert aus Wedding (23).
© Thomas Lebie
Das wird noch überprüft. An der Fassade sind Überwachungskameras installiert, im Inneren auch. Sie sind jedoch nicht mehr ganz neu. Jetzt erhoffen sich die Fahnder, dass Kameras von den umliegenden Gebäuden die Täter gefilmt haben. Die Auswertung wird aber noch dauern. Ansonsten spottet die Sicherheitstechnik in den meisten Museen jeder Beschreibung, sagt die Polizei.
Wem gehört die Münze?
Dem 70 Jahre alten Düsseldorfer Immobilienentwickler, Kunstsammler und Unternehmer Boris Fuchsmann, so das "Handelsblatt". Er plant und baut Luxuswohnungen.
War die Münze versichert?
Philipp Heller (28) aus Mitte glaubt an einen Insider-Job. „Als normaler Berliner weiß man nicht, wie es diese Münze zu holen gibt“, sagt er.
© Thomas Lebie
Ja, sie hat einen Materialwert von rund 3,6 Millionen Dollar.
Welche Spuren gibt es noch?
Es gibt Hinweise darauf, dass das Fluchtauto, ein Mercedes, möglicherweise am Montagabend angezündet worden ist. Ein solcher Wagen brannte in einem Parkhaus in der Düppelstraße in Steglitz.
Taucht die Münze wieder auf?
Das aufgesplitterte Panzerglas hinterließ Einschlagspuren und Kratzer imBoden des Tatorts.
© Thomas Lebie
Das ist unwahrscheinlich.
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