Auch in den nächsten zwei Jahren bekommen die Ordnungsämter 102 Mitarbeiter zusätzlich. Ursprünglich waren diese als Müllpolizei, wie es sie in Wien schon gibt, gedacht. Doch mit der Umsetzung hapert es. Jeder Bezirk löst sein Müll-Problem gerne anders.
43.685 Ablagerungen in diesem Jahr
Die aktuellen Zahlen belegen, dass Sperrmüll auf den Straße immer noch Alltag ist. 43.685 Ablagerungen wurden in diesem Jahr den Ordnungsämtern gemeldet.
Mit am konsequentesten tritt Neukölln Wegwerfsündern entgegen. Das Ordnungsamt geht immer wieder gegen Ablagerung vor. 2018 wurden 37 Täter erwischt. Zuletzt schlugen Mitarbeiter häufiger in Zivil zu. Künftig will Neukölln besonders belastete Bereiche überwachen. Der Bezirk war ohnehin Vorreiter: Von 2017 bis 2019 lief ein privater Sicherheitsdienst Müll-Streife.
Diese Wohnzimmer-Möbel wurden einfach auf einer Berliner Straße entsorgt.
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Und auch in Reinickendorf zogen Mitarbeiter jetzt an acht Tagen ohne Uniform los. Sie ahndeten Verschmutzungen und Verstöße gegen das Hundegesetz. In Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg war man ebenso erfolgreich und konnte nach Müllferkel fahnden.
Die aktuellen Informationen gab die Senatsverwaltung für Wirtschaft bekannt, nachdem der SPD-Abgeordnete Joschka Langenbrinck angefragt hatte. Der Neuköllner Politiker war vor gut zwei Jahren nach Wien gereist. Die Waste Watcher (Müllpolizei), die es dort gibt, wollte er in Berlin etablieren.
Müllentsorgung ist Bezirkssache
Doch das klappt bisher nicht so gut. Zwar wurden Geld und 102 Stellen (für jeden Bezirk 8,5 Extra-Stellen) schon Ende 2017 bereitgestellt. Doch die zwölf Bezirke entscheiden, was sie mit den Zusatzstellen machen. Und kein anderer!
Langenbrinck ärgert das. „Der Müll muss weg. Das passiert nicht, obwohl es mehr Personal gibt. Die Bezirke müssen diese zusätzlichen Mitarbeiter so einsetzen, dass Berlin endlich sichtbar sauberer wird“, sagte er dem KURIER.
Immerhin gibt Berlin wie in den Jahren vorher einen zweistelligen Millionenbetrag für das Aktionsprogramm „Saubere Stadt“ aus. Die Extra-Mitarbeiter kosten zehn Millionen.
Aber: Einige Bezirke geben unverhohlen zu, dass sie die 8,5 Zusatz-Mitarbeiter einfach in die normalen Abläufe und Einsätze des Ordnungsamts integrieren. Nach Anfrage machen es unter anderem Mitte und Steglitz-Zehlendorf genau so. Für das Aufschreiben von Falschparkern waren sie eigentlich nicht gedacht, weiß auch Langenbrinck.
Die Waste Watcher laufen in Wien schon Patrouille. Sie sind Vorbild für Berlin. Doch die Bezirke haben eigene Lösungen.
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Abgesehen davon dauerte die Besetzung der neue Stellen eine halbe Ewigkeit. Treptow-Köpenick, Pankow und Tempelhof-Schöneberg besetzten die Stellen erst 2019 Dazu kam die Einarbeitungszeit. In Friedrichshain-Kreuzberg konnten die Mitarbeiter so erst im Sommer 2019 loslegen.
Pankows Stadtrat Daniel Krüger (für AfD) verspricht, mit den neun Angestellten Patrouille zu laufen. Er weist auf ein Problem hin, das auch andere haben: „Pankow ist sehr groß, da können Sie sich nur auf ein paar Regionen konzentrieren.“
Außerdem sollen sich die Grünen gegen ein feste Müllpolizei ausgesprochen haben, heißt es. Langenbrincks SPD-Kollegin Clara West fordert, dass jetzt alle Vorhaben umgesetzt werden. Schon vor zwei Jahren habe man sich vorgenommen mehr Mülleimer in Berlin anzuschaffen, sagt sie.
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