Neuruppin - Schlimmer geht's nimmer: Erst dauerte es Jahre, bis zwei Müllpanscher verurteilt wurden. Und jetzt ist es so, als hätte der Prozess gar nicht stattgefunden. Der Grund ist ein äußerst peinlicher Fehler aller drei Richter.Ihre Strafe angetreten hatten Laurent S. (40) und Andreas R. (51) ohnehin noch nicht, nun sind die zweieinhalb bzw. drei Jahre Gefängnis für den Boss einer Recyclingfirma und seinen Mitarbeiter erst mal vom Tisch.Über Monate hatten die Müllmafiosi giftigen Abfall unter Bauschutt gemischt und illegal in einer Tongrube versenkt. 2006 flog die Schweinerei auf. Erst 2010 kam es am Landgericht Neuruppin zum sogenannten Trottheide-Prozess. Der muss nun von vorn beginnen, weil die Richter versäumten, ihre Urteilsbegründung (77 Seiten) fristgemäß an den Bundesgerichtshof zu senden."Warum, lässt sich hundertprozentig nicht mehr klären", sagt Gerichtssprecherin Iris le Claire. Nur so weit: Bei elf Tagen, auf die der Prozess angesetzt war, beträgt die Frist neun Wochen. Der Prozess dauerte dann aber nur zehn Tage, was die Frist auf sieben Wochen verkürzt. Das übersahen die Richter. Der Bundesgerichtshof bescheinigte ihnen zwar ein "sehr sorgfältig begründetes Urteil", musste es aber wegen des Rechtsfehlers aufheben. Der neu Prozesse mit neuen Richtern ist nun völlig offen.------------------------------Zwischenzeile: JUSTIZ VERBUMMELTE WICHTIGE FRISTEN
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