Vor sechs Jahren hatte der gebürtige Lübbenauer den Turm und die Gaststätte zu seinen Füßen erstmals gesehen – und für sich beschlossen: „Das darf so nicht bleiben.“
2014 übernahm er den Turm samt der Baugenehmigung für den obskuren Vorbesitzer – und dann war die Genehmigung nichts mehr wert. Im Januar 2015 stellte er einen neuen Antrag – und wartet seither: Unter anderem gibt es Probleme mit der Zugänglichkeit für Behinderte und mit seinem Wunsch, noch Bäume zu fällen, damit man nicht nur vom Turm, sondern auch von der geplanten Sonnenterrasse in die Ferne blicken kann.
600 Kubikmeter Schutt und Müll hat Große aber abfahren, 46 Fenster im Turm ersetzen, neue Fenster in der Gaststätte und Küche einsetzen und deren Fassaden sichern lassen. Und er hält den Turm offen, dessen 126 Stufen für 2 Euro zu besteigen sind.
Wenn der millionenteure Umbau endlich fertig ist, hofft Große mit Turmausblick, erschwinglicher Gastronomie und Tagungen, wieder viele Besucher anzulocken: Zu DDR-Zeiten kamen bis zu 250 000 im Jahr. Er findet, dass Köpenick nicht nur mit dem Hauptmann punkten sollte.
András Milak (54) würde es freuen: Er betreibt den Imbiss am Fuße des Turms und ist schon mal froh, dass seine Stände mit Großes Übernahme hinter den Zaun ziehen konnten. In den vielen Jahren davor wurde pausenlos eingebrochen und gezündelt.
Damit ist Schluss: Neben dem Zaun sorgt ein wachsames Duo für Sicherheit vor Vandalen: „Turmwächter“ Markus Koschny (43) wohnt im Gebäude, begleitet von „Iwan“, einem „kaukasischen Owtscharka“, der so scharf ist, dass er fürs Foto eingesperrt werden musste ... GL
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