KURIER: Guten Morgen, Herr Amend. Es ist Montag und Sie haben so gute Laune. Warum?
Lars Amend: Der Montag ist genauso ein Tag wie der Mittwoch oder Freitag. Er steht aber bei vielen Menschen sinnbildlich für etwas, was nicht so gut läuft. Sie machen einen Job, der ihnen keine Freude bereitet und haben keine Lust arbeiten zu gehen. Dann sucht man leicht den Feind im Außen. Anstatt die Energie aufzuwenden, auf den bösen Chef zu schimpfen, sollte man sich darauf konzentrieren, wie man sich wieder auf den Montag freuen könnte.
Wie bringe ich denn wieder Freude in den Alltag?
Indem ich die Perspektive wechsele. Ich hatte selbst eine Lebenskrise. Mir wurde bewusst, dass ich aus dem alten Trott raus muss. Ich flog nach Rio und bin in den Favelas (Armenvierteln) gelandet. Als ich gesehen habe, wie die Menschen trotz ihres schweren Schicksals glücklich waren, hat das tief in mir drinnen etwas verändert. Ich habe zwar dort nicht den Sinn des Lebens gefunden, aber dafür einen neuen Blick auf mein Leben.
Wovon handelt Ihr neues Buch, das auf Platz 5 Spiegel-Bestsellerliste Ratgeber rangiert?
Das neue Buch des Bestseller-Autors
© Kailash
Es geht um Werte, Mut, Ehrlichkeit und Authentizität. Von Träumen und darum, das Leben zu führen, was man gern hätte. Im ersten Teil des Buches erzähle ich von meiner eigenen Reise nach Rio und von meiner Krise, die ich hatte. Später erzähle ich von meiner Begegnung mit Daniel, einem herzkranken Jungen. Im zweiten Teil nehme ich meine Leser an die Hand, um ihnen zu zeigen, wie sie wie ich selbst, aus einer Krise heraus, zu einem besseren zufriedenen Leben gelangen können.
Warum verharren viele Menschen in unglücklichen Beziehungen und schlechten Jobs?
Weil sie sich in der Situation gefangen fühlen und allein die Vorstellung da rauszugehen, also in eine ungewisse Zukunft, für sie schlimmer ist, als den Status quo zu verändern. Deshalb arrangieren sie sich lieber. Nicht jeder ist bereit, seine Komfortzone zu verlassen.
KURIER-Reporterin Kerstin Hense traf Autor Lars Amend auf einen Espresso.
© camcop media / Andreas Klug
Wie gelingt Veränderung?
Wenn man in einer Situation steckt, in der man sich nicht mehr wohlfühlt, muss man sich klarmachen, dass der Rest seines Lebens genauso aussehen wird, wenn man nichts ändert. Wichtig ist, sich ehrlich über seine Bedürfnisse bewusstzuwerden. Bei der Umsetzung auch ruhig mal ein Risiko eingehen.
Sind Sie denn glücklich mit Ihrem Leben?
Ich finde mein Leben ziemlich okay und fühle Seelenfrieden, aber ich bin noch längst nicht angekommen.
Das Interview führte: Kerstin Hense
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