Der Papst verurteilte auf seiner Reise auf die Philippinen die Mordanschläge in Paris und sagte noch etwas Verständnisvolles für die Muslime: Wenn jemand meine Mutter beleidigt, wird er einen Faustschlag bekommen. Aber auch eine Kugel? Eine Bombe? Oder Kugeln für gänzlich unbeteiligte Leute? Die die Mutter gar nicht beleidigt haben?
Das kann der Papst nicht gemeint haben, vor allem nicht dieser Papst. Die für die zivilisierte Welt etwas erschreckende biblische Regel – Auge um Auge, Zahn um Zahn – will solche Exzesse gerade verhindern. Wer einem andern den Zahn ausschlägt, soll eben nicht mit dem Tode büßen, sondern eben auch mit einem Zahn.
Der wütende Rachegedanke, der für das kleinste Vergehen die Höchststrafe fordert, ist genau das Unmenschliche am islamistischen Terror. Er zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er die Gedanken einzelner Menschen zum Verbrechen erklärt. So wurde in Afghanistan Abdul Raman zum Tode verurteilt, weil er zum Christentum konvertiert war. Er hatte niemanden verletzt, niemanden ermordet, nichts gestohlen noch irgend etwas beschädigt. Es handelt sich um ein reines Gedankenverbrechen.
Auch Pressefreiheit ist freies Denken in Sprache und Bild gefasst und befasst sich auch mit einzelnen Personen. Und die dürfen sich auch wehren, wenn sie angegriffen werden, aber eben nur die – mit den Waffen des Geistes!
Die Kirchen waren vor 400 Jahren nicht besser: Ketzer wurden auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die religiösen Extremisten begehen die größte denkbare Gotteslästerung: Sie berufen sich für ihre Verbrechen auf Gott und rufen im Gemetzel: „Allahu akbar“, Gott ist groß.
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com