„Guten Tag, ich habe meine Frau getötet.“ Den Polizisten am Flughafen Tegel gestand Arnold B. gleich nach seiner Landung am 18. Januar die Tat. Die Guardia Civil in der spanischen Provinz Alicante wurde eingeschaltet, fand im Haus des Paares in Orba (2216 Einwohner) die Leiche von Gisela. Die Künstlerin war bereits so verwest, dass die Rechtsmedizin den Todeszeitpunkt nicht mehr genau bestimmen konnte. Sie starb irgendwann zwischen dem 10. und 16. Januar 2015.
Über sein Motiv schweigt Arnold B. beharrlich. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Streit aus. Es gibt jedoch keinen Hinweis, dass die Ehe des Paares (Hochzeit 2007) zerrüttet war. Erst im Herbst 2014 hatten sie die hübsche Finca gekauft und waren ausgewandert. Dafür gaben sie ihr 170 Quadratmeter großes Kölner Penthouse und die Malschule in der Alteburger Straße (Südstadt) auf.
Die Malerei war ihr beider Leben. Ganz besonders für Gisela S. – seit dem Tsunami von 2004 im Indischen Ozean. Gisela hatte die Weihnachtszeit in Gan auf dem Laamu Atoll verbracht. Einige Atolle wurden vollständig überflutet, Gebäude wurden ins Meer gespült. Auf den Malediven starben mindestens 80 Menschen. Gisela überlebte, aber sie bekam seitdem nicht mehr den Schrecken aus ihrem Kopf. Den Tsunami verarbeitete sie in ihren abstrakten Bildern.
Am Mittwoch muss ihr Mann Arnold B. vor dem Gericht erklären, warum er seine Frau getötet hat.
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