Horror-Fall vor Gericht

Monster von Lichtenberg: Er verging sich an betäubten Frauen – und filmte dabei

Ein Elektriker (69) lockte die Frauen in seine Wohnung, mischte ihnen Drogen ins Getränk. 58 Opfer wurden bisher ermittelt.

Foto von Autor/Autorin: Tanja Tal
Lesezeit 3 Min
In diesem Haus in Lichtenberg sollen sich die Taten ereignet haben, hier befand sich die Wohnung des 68-Jährigen.

In diesem Haus in Lichtenberg sollen sich die Taten ereignet haben, hier befand sich die Wohnung des 68-Jährigen.

© Pressefoto Wagner

Betäubt, vergewaltigt, gefilmt: Dutzende Frauen aus Berlin und Brandenburg ahnten nichts von dem Horror. Sie erfuhren es Jahre später von der Polizei. Ein monströser Fall – 58 Frauen wurden ermittelt. Um 14 Opfer und 22 Fälle geht es nun vor Gericht. Sie hatten Frank S. (68) auf einer Datingplattform kennengelernt. Ein schlanker Mann, das dichte Haar grau meliert. Er stellte sich mal als Hubschrauberpilot vor, mal als Polizist. Vor fünf Monaten klickten die Handschellen.

Elektriker aus Lichtenberg vor Gericht

Ein Elektriker aus Lichtenberg, Wohnung in einem Plattenbau, ledig, zwei erwachsene Töchter. Seit Winter 2022 ist er in einer Beziehung – sie leben in getrennten Wohnungen. Sein Schlafzimmer wurde immer wieder zum Tatort – mit fest installierter Kamera im Dauerbetrieb.

Frauen im Alter von 50 bis 60 Jahren. Er lockte sie in seine Wohnung. Bei Dates bot er an, einen Cocktail zu mixen – und mischte laut Anklage Schlafmittel ins Getränk. Die widerlichen Details der Anklage hört er regungslos. Taten zwischen 2016 und 2022. Frauen, die in seinem Bett lagen – betäubt oder nahezu bewusstlos. Er machte sie zum Sexobjekt. „Nee, nee, nee“, wimmerte eines der Opfer benommen, eine andere Frau versuchte im Halbschlaf vergeblich, seine Hand wegzudrücken.

Hinter dieser Wohnungstür in Lichtenberg sollen sich die furchtbaren Taten zugetragen haben.

Hinter dieser Wohnungstür in Lichtenberg sollen sich die furchtbaren Taten zugetragen haben.

© Pressefoto Wagner

Alles zu sehen auf Videos. Denn seine Ekel-Taten dokumentierte er penibel. Sein knappes Geständnis vor Gericht: „Die Vergewaltigungen räume ich ein.“ Zutreffend sei auch der in der Anklage geschilderte Ablauf der Taten. Fragen will er vielleicht später beantworten.

Der Staatsanwalt: „Dem Angeklagten war bewusst, dass die Gabe sedierender Substanzen – insbesondere auch in Kombination mit Alkohol – zu potenziell lebensbedrohlichen Situationen führen kann.“ S. muss sich deshalb auch wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Bereits seit 2010 soll er skrupellos gegen Frauen vorgegangen sein. Nach einem Hinweis an die Polizei in Verden an der Aller (Niedersachsen) kamen Ermittlungen ins Rollen. S. soll sich als „Zeppelin70“ mit einem anderen Sextäter ausgetauscht haben. Am 13. Juni 2025 wurde seine Wohnung durchsucht. Polizisten schockiert: Etliche Medikamente in Kisten, Kanülen und Spritzen in Koffern. S. damals: „War mal Sanitäter.“ Fortsetzung: 18. August.

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