Adios Amor, oh Du geliebter Stadl! Am Samstag begrüßt Andy Borg (54) in Pula (Kroatien) zum letzten Mal Musikanten. Sein Rausschmiss aber macht ihn sauer. Jetzt rechnet er ab. Im großen Interview spricht der beliebte Wiener Klartext – über die ARD-Bosse, die Stadl-Zukunft und seine Nachfolger.
Ihr letzter Stadl. Wie viel Wehmut fliegt mit nach Kroatien?
Die Melancholie vor dem Schlusspunkt ist intensiv. Das ist schwer für mich, aber ich versuche es in positive Energie zu verwandeln.
Muss sich der Stadl verändern?
Ich finde nein, aber diese Diskussionen gab es schon lange. Der Vertrag wurde um ein Jahr und wieder zwei Jahre verlängert – und immer wieder gab’s die gleiche Diskussion. Da sind die nicht zu Potte gekommen. Das hat mich genervt. Da dachte ich mir: Jetzt sage ich was, und dann ist Schluss damit. Ich habe meinen Rauswurf möglicherweise ein bisschen provoziert. Aber das würde ich heute genauso wieder machen, weil das meine Meinung ist.
Wie ist Ihnen die Entscheidung überhaupt mitgeteilt worden?
Der Unterhaltungschef (Andreas Vana, 59; Anm.d.R.) hat es mir zumindest ins Gesicht gesagt. Ich hätte dafür gekämpft, jetzt gehe der Stadl weiter, das sei doch toll. Hier hätte der Satz zu Ende sein dürfen. Aber dann kam noch: „Aber ohne Dich…“
Wie hat sich das angefühlt?
Die Knie wurden weich. Ich dachte, es geht weiter oder der Stadl läuft aus. Aber diese Entscheidung hat mich kalt erwischt. Wenn du aus diesem Albtraum erwachst, denkst du nach: Was kommt jetzt noch? Es war sehr, sehr unangenehm.
Das ging an die Substanz. Und auch wenn mein Ärger jetzt verraucht ist: Ich halte es nach wie vor für eine Fehlentscheidung. Sanfte Veränderungen sind okay, aber umkrempeln wollt ich den Stadl nie. Das Wichtige sind die Stadl-Fans, die darf man nicht vergraulen. Beatrice Egli, Andrea Berg und David Hasselhoff waren im Stadl, die haben da an sich nichts verloren.
Wenn sie etwas fürs junge Publikum tun wollen, ist das ja okay. Aber es gibt genug andere Sendeplätze. Der Stadl als einzigartiges Format wird zerstört, wenn man zu viel daran herum bastelt.
Wie finden Sie eigentlich Ihre Nachfolger?
Zum Alexander Mazza kann ich nichts sagen, wir sind uns nie über den Weg gelaufen. Und zu Francine Jordi möchte ich nichts sagen.
Das sagt ja auch was aus. Haben die beiden Sie mal um Rat gefragt? Sie mal angerufen?
Ich bin kein Berater, das können andere viel besser.
Was steht nach dem Stadl an?
Es geht einfach weiter. Ich habe ja nie aufgehört, als „Schlager-Fuzzi“ zu Carmen Nebel, Florian Silbereisen oder Stefan Mross zu gehen. Da werden auch nicht weniger Nachfragen kommen. Bis Ende des Jahres bin ich noch in acht Ländern.
Kehren Sie denn als Gast in den Stadl zurück?
Wenn ich jetzt gefragt werde, sage ich: Nein. Definitiv nicht! In dieser Situation tut es noch zu weh. Aber sag niemals nie ...
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