Der Laden am Gendarmenmarkt ist dicht, dort logiert schon eine andere Designerin. Der Investor Hans-Joachim Sander und seine Frau Gisa haben ihre Anteile (rund 65 Prozent) verkauft. Es sieht offenbar gar nicht gut aus für "Wunderkind", das Modelabel von Wolfgang Joop."Die Versprechungen und Planungen, die Grundlage für unsere Beteiligung waren, sind nicht einmal ansatzweise erreicht worden", sagte Sander der "Wirtschaftswoche". Rund 27 Millionen hatte er in das Unternehmen, das vor allem teure, hochwertige Damenkleidung herstellt, gepumpt.Das "Wunderkind" - ein Millionengrab? Joop will das nicht wahrhaben. Er spart, wo es nur geht. Nur neun Mitarbeiter soll die Firma nach 20 Entlassungen noch haben. Der Designer selbst verhökerte seine Möbel beim Auktionshaus Christie's, vermutlich um etwas Geld in die Kasse zu kriegen. Ein neuer Investor ist in den Startlöchern. Ein harter Hund.Clemens Vedder heißt er und kündigt an, mit einer "Kettensäge" durch die Firma gehen zu wollen. Joop muss dem Verkauf der Anteile an Vedder noch zustimmen, verhandelt laut Sprecher auch mit anderen Interessenten. Namen nennt er nicht.Das Modelabel "erwirtschaftete" im vergangenen Jahr einen Verlust von knapp sechs Millionen. Modenschauen in Paris, die für März geplant waren, mussten wegen Geldmangel abgesagt werden. Jetzt kann Wolfgang Joop wohl nur noch auf ein Wunder hoffen ...------------------------------
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