Mittelfeldspieler steht gegen Stuttgart vor seiner Rückkehr

Tolga Cigerci hat seinen Zeh nicht mehr im Kopf

Am Sonnabend (15.30 Uhr) gegen den VfB Stuttgart steht Tolga Cigerci vor einem seiner schönsten Momente. Der 23-Jährige steht nach ewigen Zeh-Beschwerden und dem Ermüdungsbruch vor seinem Comeback für Hertha BSC.

A. Bellert
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Drei Mal klopft Cigerci auf Holz. „Ich habe seit über einem Monat keine Spritze mehr bekommen. Ich habe ein gutes Gefühl“, sagt der Deutsch-Türke. Nur zwei Kurzeinsätze (77 Minuten) in der letzten Saison. Erst die Zeh-Verletzung, dann ein Ermüdungsbruch. Das letzte Jahr war Schrott. An Fußball war nicht zu denken, stattdessen Reha und Rückschläge. „Ich hatte immer nur meinen Zeh im Kopf“, erinnert sich Cigerci und presst die Lippen zusammen.

Fast ein Jahr lang kein Fußball spielen zu können, nicht das zu machen, was er so liebt, hat Cigerci reifer werden lassen. Ein gesunder Mensch hat 1000 Wünsche, ein Verletzter oder Kranker hat nur einen. Diese einfache Wahrheit hat Tolga verinnerlicht. „Ich weiß vieles mehr zu schätzen. Das nehme ich positiv aus dieser Zeit mit.“

Wie kommt einer, der für diesen Sport lebt über so eine schwere Zeit? „Ich hab mich mit Freuden getroffen, aber habe immer an Fußball gedacht.“ Halt fand Cigerci bei seiner Familie. Sein Bruder Tolcay spielt beim HSV. Vor allem aber bei seinem Vater Ali, der ihm Demut lehrte, der oft beim Training am Spielfeldrand steht und mitfiebert. Voller stolz seinen Jungen antreibt. „Er hat mich immer motiviert. Er hat mir gesagt, dass so etwas auch zum Leben dazu gehört.“

Tolgas Papa leitet ihn. „Er hat mich von klein auf immer unterstützt. Er hat mir geholfen auch in kritischen Phasen keinen falschen Weg einzuschlagen.“ Ein sicherer Hirte auf dem schwierigen Weg zum Profi und auf dem Weg zum Comeback.

Cigerci bedient die Sehnsucht vieler Fans und der Verantwortlichen bei den Blau-Weißen. Sein Willen, seine Übersicht und Technik haben letzte Saison bitter gefehlt. Jos Luhukay überschüttete ihn mit Lob, nannte ihn „seinen Denker und Lenker. Das Herz im Mittelfeld.“ Bis Cigerci wieder auf diesem Niveau ist, wird er noch brauchen. Aber ein paar Minuten Bundesliga-Luft Sonnabend wären der erste Schritt auf dem Weg zurück.

Dardai: „Er ist fit. Gut möglich, dass ich ihn einwechsle. Nach dieser langen Zeit muss ich ihn langsam ranführen.“

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