Seine letzte Platte trug den Titel „... und tschüss – Das letzte Album“ – doch nun meldet sich Schlager-Barde Heino (80) plötzlich wieder zurück. Mit einer Nachricht, die für seine Fans sensationell sein dürfte: Er ist wieder da! 2020 geht der Sänger erneut auf Tour, dieses Mal mit Fokus auf Klassik, großem Orchester und einem jungen Star-Geiger. KURIER sprach mit ihm über die Tour, seine Pläne – und die Zeit mit Gattin Hannelore.
Heino geht wieder auf Tour? Viele Fans dürfte die Nachricht überrascht haben, schließlich liegt die Veröffentlichung seiner offenbaren Abschiedsplatte erst ein Jahr zurück. Woran liegt’s? „Das hat sich alles so ergeben, weil mein damaliger Vertreter sich wahrscheinlich vorstellte: Wenn wir die letzte Tournee ankündigen, kommt noch mal richtig Bums“, sagt er im Interview mit dem KURIER. „Ich habe aber nie davon gesprochen, dass es mein letztes Konzert ist! Ich habe immer gesagt, schon als ich zehn Jahre jünger war: Ich singe so lang, wie der liebe Gott mir meine Stimme lässt.“
Heino geht mit großem Orchester auf Tour
Doch die wilden Rocker-Zeiten sind vorbei – dieses Mal widmet sich Heino der Klassik, reist mit Orchester und dem jungen Star-Geiger Yury Revich (28) durch Deutschland. „Wir stehen mit 30 Musikern auf der Bühne, das ist eine Herausforderung, aber auch wieder etwas Schönes.“ Er freue sich, in seinem Alter noch mal so durchzustarten, ein neues Projekt zu wagen. „Und ich habe schon in den 50er- und 60er-Jahren Klassik gesungen und mir immer so eine Tour gewünscht.“
Heino mit Star-Geiger Yury Revich (28) und seinem neuen Manager Helmut Werner.
© Volkmar Otto
Am 6. Oktober 2020 startet die Tour, die durch 20 Städte führt (Berlin: 3. Dezember, Tempodrom). Kein Pappenstiel! „Das Tourleben ist sehr anstrengend, aber ich mache es mir in meinem großen Tourbus so angenehm wie möglich“, sagt er. „Mit 80 ist Disziplin angesagt. Man kann nicht mehr nach der Show einfach ein Gläschen trinken, denn dabei bleibt es ja oft nicht. Sich über die Tour unterhalten kann man auch bei einer Tasse Tee!“
Ehefrau Hannelore begleitet Schlager-Star Heino auf Tournee
Gemütlichkeit wird wichtiger – das zeigt sich auch dadurch, dass seine Frau Hannelore die Tour begleiten wird. „Sie lässt mich nicht alleine, wir sind 365 Tage im Jahr zusammen. Auch wenn vieles nicht so leicht ist, denn sie hatte zwei Hüft-OPs und ein neues Knie.“ Fast 41 Jahre sind die beiden verheiratet – hält so ein gemeinsames Abenteuer die Beziehung frisch? „Mit Hannelore zu leben ist eigentlich jeden Tag ein Abenteuer“, sagt er und lacht.
Was genau er bei der Tour singen wird, steht übrigens noch nicht fest.
Schließlich müsse er aus 1000 Titeln, die er bereits gesungen habe, auswählen, sagt Heino. Auf die Klassiker wolle er nicht verzichten: „Blau blüht der Enzian“, „Die schwarze Barbara“, aber auch Titel wie „Junge“, den er von den Ärzten coverte, sollen ins Programm. Bevor es an die konkrete Planung geht, stehen mehrere Adventskonzerte an, dann wird in Kitzbühel Weihnachten gefeiert. „Mit alter Heino-Platte und klassischen Liedern“, verrät er.
Weitere spannende Projekte mit Heino geplant
Angst vor dem Abschied von der Bühne habe er im Moment noch nicht. „Ich habe noch richtig Lust! Ich bin der einzige, der noch richtig deutsch singt – ich habe hier noch was zu richten.“ Denn was er im Radio hört, gefalle ihm nur selten. „Die Sänger unterscheiden sich gar nicht mehr, klingen alle gleich. Vor allem bei den Männern ist es dünn gesät, die verschlucken die Töne. Ich bin der einzige Turm in der Schlacht.“
Bleibt eine Frage: Was kommt nach Schlager, Rock und Klassik? Hört man Heino bald rappen? „Ich weiß es nicht, vielleicht mach ich noch eine schöne...“ – „Heino, noch nichts sagen“, grätscht Manager Helmut Werner dazwischen. Bisher wird nichts verraten, nur so viel: „Es sind spannende Projekte geplant“, sagt er. Werner vertritt Heino erst seit kurzer Zeit, nachdem der Sänger seinem Ex-Manager Jan Mewes kündigte, „weil ich Unregelmäßigkeiten feststellte“, sagt Heino. Mewes verlangt laut Berichten eine Abfindung in Höhe von 120.000 Euro, laut Heino stehen aber noch Gagen in Höhe von 100.000 aus.
Geht der Zoff bald vor Gericht? „Ich war schon Heino, da hat der noch im Sandkasten gespielt! Und mit 80 ist es mein gutes Recht, zu kündigen. Mein Anwalt wird sich schon darum kümmern.“.
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