Modena - Manche kapieren es einfach nie! Italien-Profi Riccardo Ricco (27), erst seit knapp einem Jahr nach 20-monatiger Dopingsperre wieder zurück im Radrenn-Zirkus, liegt im Krankenhaus. Unfall beim Eigenblutdoping!Ricco, Giro-Zweiter 2008 und Sieger der Österreich-Rundfahrt 2010, fühlte sich abends unwohl. Am nächsten Morgen hatte er Fieber und Bauchschmerzen - also ab in die Notaufnahme eines Krankenhauses in Modena. Die Ärzte berichteten später von einem "kritischen Zustand", sprachen von Nierenversagen und Lungenembolie.Todesangst! Erst da packte Ricco, Spitzname "Kobra", aus.Er habe an sich selbst eine Transfusion von Blut vorgenommen, das er 25 Tage im Kühlschrank gelagert hatte, gestand er im Beisein seiner Freundin dem behandelnden Erste-Hilfe-Arzt. Er, Ricco, habe Angst wegen der schlechten Aufbewahrung des Blutes, das er sich zurückinjiziert habe ...Inzwischen ist der Zustand des Profis vom Holland-Rennstall Vacansoleil stabil, Lebensgefahr besteht nicht mehr. Aus dem Schneider ist er nicht.Sofort nach Bekanntwerden der wahren Ursachen für den Zusammenbruch leitete die Staatsanwaltschaft Modena Untersuchungen ein und forderte von der Klinik die Ergebnisse der Untersuchungen. Ricco drohen bis zu drei Jahre Haft. Sein Rennstall hat die Kündigung schon vorbereitet und bei den Kollegen ist er unten durch. "Wir sollten ihn zum Mond schießen", sagte Zeitfahr-Weltmeister Fabian Cancellara.------------------------------
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