Mit Babybauch auf der Regierungsbank Sie ist das erste Kabinettsmitglied, das während der Amtszeit schwanger wurde

Familienministerin Schröder

CHRISTIAN WIERMER
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Berlin - Wenn man es nicht gewusst hätte, hätte man gestern Morgen ganz genau hingucken müssen. 9.30 Uhr, Kabinettsitzung im Kanzleramt. Nur ganz leicht zeichnete sich unter dem roten T-Shirt von Kristina Schröder (33) ihr größtes Glück ab. Schröder, die erste Ministerin überhaupt, die während ihrer Amtszeit schwanger wurde!Im Juli soll das erste Kind der Politikerin zur Welt kommen. Vater ist Ole Schröder (39, CDU), Staatssekretär im Innenministerium. Vor elf Monaten hatten beide geheiratet. "Wir sind sehr glücklich und dankbar und hoffen, dass alles gut geht", sagt die Ministerin und beantwortet KURIER die wichtigsten Fragen.Nimmt Schröder eine Auszeit? Ja, sie will "im Rahmen des gesetzlichen Mutterschutzes" zu Hause bleiben. Sprich: sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und acht Wochen nach der Niederkunft. Allerdings will Schröder auch von zu Hause aus weiterarbeiten.Wer wird sie vertreten? Im Alltagsgeschäft ihre Staatssekretäre. Formell wird Schröder laut Kabinettsbeschluss im Ernstfall von Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) vertreten. Politisch flankiert wird sie eigentlich auch von der familienpolitischen Sprecherin der Union Dorothee Bär. Allerdings: auch die CSU-Politikerin erwartet bald ein Kind.Genießt sie "Kündigungsschutz"? Es gebe keine Sonderregelungen für Kabinettsmitglieder, erklärt der Verwaltungsrechtler Janbernd Oebbecke. Im Gegenteil. "Die Bundesminister können jederzeit entlassen werden", heißt es im Gesetz - und zwar ohne Angaben von Gründen.Kriegt Schröder Elterngeld? Nein, ebenso bekommt sie kleine Elternzeit. Allerdings erhält Schröder weiterhin ihre vollen Bezüge als Ministerin und Abgeordnete (16 694 Euro/Monat).Wie wird das Kind betreut? "Das entscheiden wir gemeinsam, wenn es so weit sein sollte", sagte sie in einem Interview.Darf das Kind mit in den Bundestag? Zumindest in Ausnahmefällen (Abstimmungen, wichtige Debatten) dürfen die Parlamentarier seit letztem Jahr ihrer Babys mit ins Plenum nehmen. Außerdem dürfen die Kinderbetreuer inzwischen direkt an den Saal ran. Ein Wickelraum steht auch zur Verfügung.Was sagt die Kanzlerin? Sie wünsche "von Herzen Glück". Amtsvorgängerin Ursula von der Leyen (CDU) und wünschte ebenfalls "tonnenweise Glück".Und wie sieht´s im Bundestag aus? 622 Abgeordnete, 877 Kinder.------------------------------BU: Die Ministerin und ihre Ehemann Ole Schröder nach der kirchlichen Trauung.

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