Umut Y. (26) auf der einen Seite der Anklagebank, Yasemin Y. (23) auf der anderen. Dazwischen ihre Verteidiger. Die Eheleute sitzen als mutmaßliche Komplizen seit Juli in Haft. Wegen Missbrauchs, Körperverletzung, Freiheitsberaubung. Yasemin Y. soll ihre Cousine in eine Falle gelockt haben.
Die Anklage: „Nach Absprache mit Umut Y.“ Aicha T. habe am 19. Mai kurz nach 23 Uhr die Neuköllner Wohnung erreicht. Statt weiterer Frauen aber sei Umut Y. in das Zimmer gekommen – „mit einer schwarzer Maske vor dem Gesicht“. Er soll Aicha T. an den Haaren gepackt, geschlagen, auf das Bett geschubst und die sich wehrende Frau vergewaltigt haben. „In Anwesenheit von Yasemin Y.“, heißt es in der Anklage. Aicha T. (Name geändert) sei geschlagen worden, wenn sie schrie und weinte.
Am Ende soll Yasemin Y. noch zugelangt haben: Ein Stich in den Oberschenkel. Laut Anklage mit den Worten: „Wir sind noch nicht fertig.“ Erst um 6.30 Uhr hätten sie Aicha T. gehen lassen. Sie kam in eine Klinik.
Als die Polizei kam, soll Yasemin Y. gejammert haben: „Ich bin selbst Opfer geworden.“ Er soll wegen mutmaßlicher Gewalt gegen seine Frau tatsächlich vor Gericht gestanden haben. Sie schwieg in dem Prozess. Er wurde freigesprochen.
Was geschah im Mai? War es eine Strafaktion oder ein böses Spiel? Umut Y. sagte aus, aber sein Anwalt erreichte den Ausschluss der Öffentlichkeit – weil es um den „persönlichen und privaten Hintergrund sowie den Verlauf der Ehe“ gehe. Fortsetzung: 28. Januar. KE.
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