Minister Guttenberg feuert den Kommandanten und erntet dafür heftige Kritik

Gorch Fock: Kapitän über Bord!

Hans Moritz
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Berlin - Knallhart, voreilig oder beides: Karl-Theodor zu Guttenberg hat den Kapitän des Schulschiffs "Gorch Fock" entlassen. Norbert Schatz ist ab sofort kein Kommandant mehr, Nachfolger wird sein Vorgänger Michael Brühn. Das Schiff wird am 4. Februar direkt aus Ushuaia (Feuerland) nach Kiel zurückkehren.Mitglieder der Stammbesatzung sollen Kadetten drangsaliert haben. Es kam offenbar auch zu sexuellen Übergriffen. Im November war die Offiziersanwärterin Sarah S. (25) aus der Takelage 27 Meter in den Tod gestürzt. Nur 24 Stunden später wurde Karneval gefeiert. Mehrere Kadetten verweigerten den Dienst, es kam zu einer Meuterei (KURIER berichtete). Die Mutter von Sarah hat nun gegen die Bundesrepublik Anzeige wegen fahrlässiger Tötung erstattet.Dazu der Tod eines Soldaten bei Schießspielen in Afghanistan und illegal geöffnete Feldpost - Guttenberg steht mächtig unter Druck.Aber reagierte er mit der Absetzung von Kapitän Schatz auch angemessen? Der Verteidigungsminister mochte nicht einmal mehr einen Untersuchungsbericht abwarten. Die Kommission triff erst am Donnerstag in Ushuaia ein. Gestern rechtfertigte sich der Verteidigungsminister in einem Vortrag in Koblenz. Guttenberg: "Nach einer derartigen Häufung von faktisch erschütternden Berichten kann niemand zur Tagesordnung übergehen." Und weiter: "Dort, wo Konsequenzen gezogen wurden, mussten sie gezogen werden."Für die Grünen spricht Guttenbergs Reaktion die reine Panik. Der sicherheitspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Omid Nouripour, ätzt: "Morgens erklärt uns zu Guttenberg, er verbitte sich jede Vorverurteilung auf Grundlage von Medienberichten und abends entlässt er den Kommandanten des Schiffes wegen dieser Medienberichte. Das ist nur noch beliebig und kein Führungsstil."------------------------------BU: Schnellschuss? Minister Guttenberg

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