"Milljöh"-Studie

Heinrich Zille und das Berliner Ur-Graffito

Was kaum einer weiß: Gossen-Picasso knipste auch mit der Fotokamera im Milljöh

Stefanie Hildebrandt
Lesezeit 2 Min
Heinrich Zille

Heinrich Zille

© Berlinischen Galerie Lizenz

Unbekannte verewigten sich am Bretterzaun.

Unbekannte verewigten sich am Bretterzaun.

© Berlinischen Galerie Lizenz

„Das alte Berlin“ – erschienen im Verlag Schirmer/ Mosel, 29,80 Euro

„Das alte Berlin“ – erschienen im Verlag Schirmer/ Mosel, 29,80 Euro

© Berlinischen Galerie Lizenz

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Als Pionier der heutigen „Street Photographer“ zog Zille mit der damals noch etwas voluminöseren Kamera durch seinen Kiez in Charlottenburg, der mit seinen Brachflächen, Müllhalden, Bretterzäunen und Mietskasernen erst noch zum späteren Stadtteil heranwachsen sollte.

Die geliehene Kamera nutzte der gelernte Lithograph dabei als optischen Notizblock für seine grafischen Studien. So hielt Heinrich Zille, der 30 Jahre lang bei der „Photographischen Gesellschaft“ angestellt war, auch eines der wohl ersten Graffiti Berlins fest. 1901 hat es jemand an einen Bretterzaun, vermutlich in Westend, gezeichnet. Darauf zu sehen sind ein Strichmännchen und seine Frau. Der harmlose Text lässt vermuten, dass es sich um eine Grete und ihren Bräutigam Max handelt.

Auch auf seinen weiteren Fotos ist es das Berlin der Kieze, das Zille interessiert. Rummelplätze mit Attraktionen wie „Der wunderbare Leichnam“, Schilder mit der Aufschrift „Einkauf Lumpen Knochen“, Wochenmärkte, dreckige Kinder. Mehr Fotos des „Rinnstein-Künstlers“ sind im Band „Das alte Berlin“ von 1890-1910“, erschienen . shi

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