Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß zeigt sich im Streit mit Paul Breitner unversöhnlich. „Dieses Verhältnis ist nicht mehr zu kitten, er hat den Rubikon überschritten", sagte Hoeneß am Sonntag nach einem Fanklub-Besuch im oberfränkischen Kersbach.
Millionen für ein paar Vorträge
Breitner (67) werde jetzt „zum Märtyrer gemacht. Aber Paul Breitner ist nicht Opfer, sondern Täter“. Pikant: Breitner soll laut Hoeneß vom deutschen Rekordmeister in den vergangenen acht Jahren „fast zwei Millionen Euro Honorar bekommen für 15 bis 20 Vorträge von Sponsoren. Er hat Anfang 2017 nach einen Auseinandersetzung mit Karl-Heinz Rummenigge diesen Vertrag hingeschmissen“.
Nach dem „unsäglichen Auftritt“ bei Blickpunkt Sport habe die Bayern-Führung daraufhin beschlossen, „dass wir ihm nahelegen, nicht mehr in den Ehrengastbereich zu kommen. Denn er hat in einer unsäglichen Art und Weise den FC Bayern beschädigt“, polterte Hoeneß: „Wenn er ein Problem mit uns hat, soll er uns das selbst sagen - und nicht den Weg über die Presse gehen.“
Gründe nennt Hoeneß nicht
Zuvor hatte Hoeneß nach der Jahreshauptversammlung der Bayern in München bereits gesagt, er habe mit Paul Breitner „gebrochen, als ich aus dem Gefängnis kam. Das war's für mich“, Die Gründe oder den Auslöser für den Bruch mit dem langjährigen Fußballfreund und Teamkollegen schilderte der 66-Jährige nicht.
Das Verhältnis der beiden Ex-Profis, die zusammen 1974 mit der deutschen Nationalmannschaft den WM-Titel gewannen und auch mit dem FC Bayern zahlreiche Erfolge feierten, kühlte sich zuletzt noch weiter ab. Am Dienstag verkündete Breitner (67), dass ihn der FC Bayern wegen jüngster kritischer Äußerungen gegen die Führung um Hoeneß künftig bei Heimspielen von der Ehrentribüne der Allianz Arena verbanne. Breitner kündigte an, seine zwei Ehrenkarten auf Lebenszeit für Spiele des FC Bayern zurückzugeben.
Kritik von den Mitgliedern
Bayerns Finanzvorstand Jan-Christian Dreesen hatte Breitner die Nachricht überbracht, dass er auf der VIP-Tribüne nicht mehr erwünscht sei. „Ich möchte dazu nichts sagen“, erklärte Hoeneß zum Ablauf. Er habe aber nicht Dreesen vorgeschickt, um Breitner zu informieren. Auf der Champions-League-Reise nach Athen im Oktober habe er bei einer Autofahrt mit dem Vorstandsmitglied „angeboten, den Paul anzurufen. Dann hat Dreesen gesagt, „nein, das mache ich“.“
Hoeneß erntete für den Umgang mit Breitner Kritik während der Jahreshauptversammlung. Ein Ehrenspielführer sei nicht von der Tribüne zu verbannen, rügte ein Mitglied in einem Wortbeitrag. „Es ist nicht Ihr Stadion“, sagte er zu Hoeneß. Zahlreiche Mitglieder applaudierten. In der Versammlung äußerte sich Hoeneß nicht zu Breitner. (dpa/SES)
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