Militärs: Wir schießen nicht auf das Volk Sensationelle Wende im Machtkampf der Opposition mit Präsident Mubarak

+++ REVOLTE IN ÄGYPTEN +++

ts
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Kairo - Husni Mubarak klammert sich an den Präsidentensessel, mit beiden Händen. Doch der Machtkampf des Despoten mit der Opposition scheint eine sensationelle Wende zu nehmen. Die Militärs wenden sich vom ägyptischen Präsidenten ab. Gestern Abend, nur Stunden vor dem angekündigten "Marsch der Millionen" durch Kairo, ließen die Generäle die Menschen wissen: "Wir werden keine Gewalt gegen die Bürger einsetzen."Es wird einsam um Mubarak. Die Offiziere stützen ihn offenbar nicht länger und es scheint, dass sie bereit sind, die Seiten zu wechseln. Denn erstmals stellten sie sich hinter die Forderungen der Demonstranten, nannten sie "legitim". Sogar das Mubarak-hörige Staats-TV veröffentlichte die Erklärung der Armee. Darin heißt es: "Die Meinungsfreiheit in friedlicher Form ist für alle garantiert." Und weiter: "Die Präsenz der Armee in den Straßen ist zu eurem Schutz, und um eure Sicherheit und euer Wohlbefinden zu garantieren."Heute wird sich entscheiden, ob der Aufstand ohne neues Blutvergießen weiter gehen kann. Die Armee rief die Landsleute auf, von Sabotageakten abzusehen, da diese die Sicherheit sowie das öffentliche und private Eigentum verletzten. Gelingt es der Opposition, bei den angekündigten Demonstrationen Gewalt zu vermeiden, könnte das der Beginn eines großen Sieges sein.Friedensnobelpreisträger Mohammed ElBaradei hat bereits dazu aufgerufen, eine Einheitsregierung zu bilden. Die halbherzige Umbildung der Regierung durch den wankenden Präsidenten reicht dem Volk nicht. Es will mehr. Trotz Ausgangssperre versammelten sich gestern Abend wieder Zehntausende auf dem Tahrir-Platz. Dort zogen zwar Soldaten auf. Doch sie griffen nicht ein. Prominente Unterstützung bekam die Opposition vom berühmten Filmschauspieler Omar Scharif (78). Nach 30 Jahren sei es Zeit für Mubarak zu gehen, sagte er.Die EU rief zu demokratischen Reformen und freien Wahlen auf. Die EU-Außenministerin Ashton forderte Mubarak zu Verhandlungen mit der Opposition auf. Bei den seit einer Woche andauernden Protesten wurden in Ägypten mindestens 125 Menschen getötet und Tausende verletzt.------------------------------KURIER-WIKIÄgypten-Reisen jetzt kostenlos stornierenDie Lage in Ägypten bleibt explosiv - deshalb können deutsche Pauschalurlauber jetzt Ägypten-Reisen mit Abflug bis 7. Februar kostenlos stornieren oder umbuchen. Die Reiseveranstalter TUI, Thomas Cook (Neckermann), REWE und Alltours haben ihre Storno-Fristen gestern verlängert. Zuvor hatte das Auswärtige Amt "aufgrund der instabilen Lage" in Kairo, Alexandria, Suez, im Landesinneren und im Nil-Delta von Reisen abgeraten.Die TUI und REWE (ITS, Jahn Reisen) raten von Ägypten-Reisen im Moment ganz ab. Für verunsicherte Ägypten- und Tunesien-Urlauber hat die Verbraucherzentrale Berlin eine Hotline eingerichtet (Tel. 030 21485180).Reisen nach Kairo oder Luxor haben die meisten Veranstalter aus dem Programm genommen, ebenso Nil-Kreuzfahrten. Die Lage in den Badeorten am Roten Meer ist dagegen weiter ruhig.Wer bereits in Ägypten ist, kann das Land in vielen Fällen sofort verlassen. Die meisten Veranstalter verlangen für den vorgezogenen Rückflug keine Gebühr und erstatteten die Hotelkosten für entgangene Urlaubstage, wenn die Hotels sich kulant zeigen.Unterdessen haben deutsche Konzerne begonnen, ihre Mitarbeiter aus Ägypten auszufliegen. Rund 90 Mitarbeiter des Öl- und Energie-Konzerns RWE-DEA landeten gestern in Hamburg.------------------------------Zwischenzeile: ARMEE HÄLT DIE FORDERUNGEN DER OPPOSITION FÜR "LEGITIM"Zwischenzeile: OMAR SCHARIF UNTERSTÜTZT DIE OPPOSITION

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