Im Jahr 2013 kamen 1,23 Millionen Zuwanderer nach Deutschland – das sind zwölf Prozent mehr als noch im Jahr davor. Und eine neue Rekordmarke für die letzten 20 Jahre.
Allerdings: 2013 wanderten auch 800 000 Menschen aus der Bundesrepublik ab (ebenfalls zwölf Prozent). Im Klartext: Die Bevölkerungszahl Deutschlands stieg 2013 effektiv „nur“ um 430000 Menschen, 2014 um 470000. Außerdem bilanzierte de Maizière: „Nur die Hälfte der Zuwanderer bleibt letztlich länger als ein Jahr in Deutschland.“
Bemerkenswert zudem: Die von den Pegida-Islamkritikern angeprangerte Überfremdung Deutschlands durch Muslime findet keineswegs in besonders beängstigender Weise statt. Denn: Drei Viertel der Migranten kommen aus europäischen Ländern, 61,3 Prozent aus EU-Staaten. Fast alle dieser Menschen sind Christen.
Auch 2013 war Polen wie stets seit 1996 das Hauptherkunftsland der Zuwanderer. Im Jahr 2013 wurden 197009 Zuzüge von dort registriert – allerdings gab es auch 125399 Fortzüge von Deutschland nach Polen. Weiter angestiegen ist auch die Zahl der Zuzüge aus Rumänien, und zwar um 15,8 Prozent auf 135416. Die Reihenfolge der Länder, aus denen danach die meisten Zuwanderer kamen: Italien, Bulgarien, Ungarn, Spanien, Griechenland.
Diese Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2013, in dem für Rumänen und Bulgaren noch nicht die Arbeitnehmerfreizügigkeit in Deutschland galt. Seit 2014 gilt diese Freizügigkeit, deshalb stieg die Zuwanderung aus diesen Staaten 2014 noch einmal sprunghaft an. Dagegen wandern seit 2006 pro Jahr mehr Menschen in die Türkei ab, als gleichzeitig nach Deutschland kommen.
Insgesamt lebten 2013 exakt 80,6 Millionen Menschen in Deutschland. Davon hatten fast 16 Millionen ausländische Wurzeln. 66,9 Prozent dieser Personen waren jünger als 45 Jahre.
Die SPD will genau wie einige Unions-Toppolitiker ein neues Einwanderungsgesetz auf den Weg bringen. Thomas Oppermann, Bundestags-Fraktionschef der Sozialdemokraten, liefert die Begründung: „Vielen Deutschen ist das Ausmaß der demografischen Auswirkungen in den nächsten 20 Jahren nicht bewusst. Wir brauchen in Zukunft jedes Jahr Hunderttausende Einwanderer.“ DJA
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