Michael Preetz

„Wir werden die Zügel schärfer anziehen!“

Herthas Manager kündigt im Interview eine härtere Gangart an.

Sebastian Schmitt
Lesezeit 4 Min
Michael Preetz.

Michael Preetz.

© City-Press GbR

Herthas Manager Michael Preetz kündigt im zweiten Teil des Interviews mit dem  KURIER für die neue Saison eine härtere Gangart an.

KURIER: Warum bekommt es die Mannschaft in den letzten Jahren nicht hin, in der Rückrunde die gleiche Leistung abzurufen wie in der ersten Halbserie?

Michael Preetz: Wenn wir das wüssten, wären wir einen Riesenschritt weiter. Es ist richtig, dass die Rückrunde wieder schlechter war als die Hinrunde, obwohl wir keine Mehrfachbelastung mehr hatten. Das ist enttäuschend und hat dazu geführt, dass wir am Ende nicht mehr erreicht haben. Keine Frage, das muss besser werden.

Wie?

Mir hat an der einen oder anderen Stelle der letzte Hunger nach mehr gefehlt. Wir haben immer gesagt, dass Hertha BSC an jedem Spieltag hundert Prozent geben muss, um zu gewinnen. Wir brauchen mehr Gier, mehr Entschlossenheit und dann auch mehr Wille zum Erfolg. Das wird auch Thema in der Saisonvorbereitung sein.

Wie ist es zu erklären, dass die Spieler ausgerechnet mit positivem Druck nicht umgehen können?

Ich glaube nicht an eine Blockade. Sondern daran, dass wir vielleicht an der ein oder anderen Stelle die Zügel etwas schärfer anziehen müssen. Wir haben es in den zwei Jahren zuvor geschafft, dass wir fast immer am Leistungslimit gespielt haben. Das ist uns in dieser Saison, vor allem in der Rückrunde, nicht gelungen.

Wie schärft man die Einstellungssinne?

Indem man bis zum Ende den Druck hochhält und möglicherweise auch schneller auf ausbleibende Leistungen reagiert, indem andere Spieler die Chance kriegen. Oder man erhöht die Intensitäten. Da gibt es einen Strauß von Optionen, die wir in der Sommerpause miteinander besprechen werden und auch in die Überlegungen zur neuen Saison einfließen lassen.

Ondrej Duda (l.) und Mathew Leckie müssen wie alle anderen Hertha-Profis nächste Saison noch härter trainieren.

Ondrej Duda (l.) und Mathew Leckie müssen wie alle anderen Hertha-Profis nächste Saison noch härter trainieren.

© City-Press GbR

Es gab zwei Phasen als Pal Dardai Kritik als persönlichen Angriff bewertet hat. Muss er cooler werden, damit das Team ruhiger wird?

Man muss einem Trainer auch zugestehen, dass er mal angespannt ist aufgrund von einer sportlichen Situation, die nicht befriedigend ist. Generell geht es für Pal um die Erweiterung seines Repertoires. Er hat bereits angekündigt, was er für Veränderungen für die nächste Saison plant. Dafür bekommt er von uns jeden Support.

Hertha hat sich in den vergangenen fünf Jahren stabilisiert. Wie geht es jetzt weiter?

Man muss sich jedes Jahr aufs Neue diesen Grundstock erarbeiten. Wir haben es geschafft, junge und ehrgeizige Spieler zu holen, die der Mannschaft gutgetan haben. Das werden wir auch in diesem Sommer tun. Aber es wird ein Kampf.

Sie sprechen Zugänge im Sommer an. Zwei haben sie schon mit Lukas Klünter vom 1. FC Köln und Javairo Dilrosun von ManCity. Wie viele neue Stars kommen noch?

Ich werde mich nicht auf eine Zahl oder Positionen festlegen. Wir werden eng am Markt sein, die WM genau verfolgen und sicherlich bis Ende August auf dem Transfermarkt dabei sein.

Gibt es einen Spieler, bei dem Sie einen Verkauf kategorisch ausschließen?

Ich habe keine Sorge, dass wir in diesem Sommer Leistungsträger verlieren. Der Abgang von Mitchell Weiser ist bekannt. Wir planen, die Mannschaft im Kern zusammenzuhalten und uns idealerweise an der einen oder anderen Stelle zu verstärken. Wir werden weiter auf unseren Nachwuchs setzen, in der Saisonvorbereitung wieder junge Spieler integrieren.

Was machen Sie, wenn ein Premier-League-Klub 35-Millionen für einen Ihrer Spieler bietet?

Wenn wir über solche Dimensionen sprechen, müssen wir immer darüber nachdenken. Es ist ein abgedroschener Spruch, aber es gibt für alle Spieler eine Schmerzgrenze.

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