Müller vs. Henkel

Das braucht Berlin am dringendsten

Was die Spitzenkandidaten bei einem Wahlsieg zuerst anpacken würden

Florian Thalmann
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Innensenator Frank Henkel (CDU) und Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin

Innensenator Frank Henkel (CDU) und Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin

© dpa

„Arbeit, Wohnen und Bildung, das sind die drei großen Themen, die mit voller Kraft vorangetrieben werden“, verspricht Müller. Der 51-Jährige regiert Berlin seit Dezember 2014, hat klare Ziele. „Wir brauchen einen stärkeren, schnelleren Ausbau des Mietwohnungsangebots. Hier müssen wir weiter und mehr investieren.“

Auch in Sachen Bildung will er Berlin voranbringen. Man müsse durch das Wachstum der Stadt in den nächsten sieben bis zehn Jahren mit 70.000 Schulkindern mehr rechnen. Nötig sei deshalb ein schnellerer Ausbau von qualitativ hochwertigen und gebührenfreien Schulplätzen. „Und wir müssen die Arbeitslosigkeit weiter reduzieren und neue Jobs schaffen.“ 

Die Schule ist auch für Konkurrent Frank Henkel wichtig. „Ich möchte in einer Stadt leben, in der Bildung einen hohen Stellenwert hat. Die CDU ist ganz klar für die Wiedereinführung der Vorschule und den Erhalt des Gymnasiums. Die Einheitsschule lehne ich ab.“

Der 52-Jährige, als Innensenator auch für die Sicherheit in der Stadt zuständig, behält sein bisheriges Fachgebiet im Blick. „Eine wachsende Stadt braucht wachsende Sicherheitsbehörden. Deshalb mache ich mich für 750 neue Stellen bei der Polizei und 300 bei der Feuerwehr stark“, sagt er. „Wir müssen uns weiter darum bemühen, eine moderne, leistungsfähige Verwaltung zu bekommen.“ Wichtig sei zudem das Thema Wohnungsbau. 30.000 Wohnungen sollen pro Jahr entstehen, sollte Henkel die Wahl gewinnen.

Auch zurück blicken die beiden Wahlkampfgegner. Was würden sie heute anders machen? Henkel halte es noch immer für richtig, sich für die Räumung des Oranienplatzes eingesetzt zu haben. Hier befand sich von 2012 bis 2014 ein Protestcamp von Flüchtlingen – die Räumung durch die Polizei war ein viel diskutiertes Thema. Henkel: „Wir dürfen keine rechtsfreien Räume dulden. Da muss man dann auch den Konflikt mit dem Koalitionspartner suchen. Ich würde aber nicht mehr den Koalitionsausschuss danach einberufen – sondern höchstens davor.“

Müller sieht einen seiner großen Fehler am Pannen-Fluchhafen BER: „Mit dem Wissen von heute war es ein Fehler, die Generalplaner vom Flughafen zu entlassen. Dadurch musste 2012 praktisch bei Null angefangen werden. Aber hinterher ist man immer klüger.“ 

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