Halle - "Wir haben unsere beste Freundin verloren. Wir sind tief traurig und Worte sind gar nicht zu finden", schrieb eine Soldatin der "Gorch Fock". Offiziersanwärterin Sarah Lena S. war bei einer Kletterübung aus der Takelage gestürzt. Die Marine setzte kurz darauf die Ausbildung auf dem Segelschulschiff aus. Offiziell wegen des tödlichen Unfalls. Doch in Wahrheit soll gemeutert worden sein.Sarah Lenas tödlicher Unfall geschah am 7. November. Wie die "Mitteldeutsche Zeitung" berichtet, kam es danach zu einer Meuterei ihrer Kameraden. Die Zeitung beruft sich auf einen Brief des Wehrbeauftragten des Bundestages, Hellmut Königshaus, an den Verteidigungsausschuss. Darin heißt es, viele wollten "unmittelbar nach dem schmerzhaften Verlust der Kameradin nicht mehr aufentern (in die Takelage klettern, die Red.), andere wollten nicht mit derGorch Fock weiterfahren. Auch sei eine Diskussion mit den Vorgesetzten entbrannt, inwiefern der Unfalltod auf dem Ausbildungsschiff mit dem Tod eines im Einsatz gefallenen Soldaten vergleichbar sei".Darauf wurde den vier Wortführern gedroht, sie "sollten wegen Meuterei und Aufhetzens der Offiziersanwärtercrew von der Ausbildung abgelöst und nach Deutschland geflogen werden". Das wurde durch den Marine-Ausbildungsstopp verhindert. Doch damit nicht genug: Die Ausbilder sollen beim Aufentern massiven Druck ausgeübt haben. Sätze wie "Geben Sie Gas, stellen Sie sich nicht so an" seien gefallen. Es wurde gedroht, Verweigerer könnten keine Offiziere werden. Ein Kadett mit Höhenangst wurde gezwungen, auf den höchsten Mast zu klettern. Von einem Fall sexueller Belästigung ist ebenfalls die Rede.Ein Sprecher der Marine zum KURIER: "Den Vorwürfen wird nachgegangen." Im nächsten Hafen soll eine Untersuchungskommission an Bord der "Gorch Fock" gehen.------------------------------BU: Offiziersanwärterin Sarah Lena S. starb nach einem Unfall an Bord der "Gorch Fock".
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com