Berlin- Sie ist dann mal weg. Angela Merkel verabschiedet sich in den Urlaub. Im Gepäck: jede Menge ungelöste Probleme - und ein Minus-Rekord bei den Umfragen.Nur 34 Prozent! Noch nie hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa seit Beginn seiner Analysen für das Magazin "Stern" vor 24 Jahren einen so schlechten Wert für Union und FDP gemessen. Zeitgleich kommen SPD(28 %) und Grüne (19 %) auf neue Spitzenwerte. Wäre heute Bundestagswahl, käme Rot-Grün auf eine absolute Mehrheit - und das ohne Hilfe durch die Linkspartei (11 %)!Die Union bleibt zwar mit 30 Prozent stärkste Kraft (minus 4 % gegenüber der Wahl), doch die FDP schmiert völlig ab. Mit nur 4 Prozent (minus 10,6 %) flöge sie komplett aus dem Parlament.Schock-Zahlen für die CDU-Kanzlerin. Hinzu kommen die ungelösten Probleme bei der Gesundheitsreform und der Wehrpflicht sowie der Ärger um die Querschüsse beim Sparpaket.Dennoch gab sich Merkel gestern komplett entspannt und stellte sich kurz vor ihrem Urlaub (erst Festspiele in Bayreuth, dann rund zwei Wochen Erholung im Süden) den Fragen der Hauptstadtjournalisten. Motto: Krise - welche Krise?Merkel (im weißen Hosenanzug) wirkte als käme sie erst gerade aus den Ferien zurück, beteuerte, sie sei sich "ganz sicher", dass Schwarz-Gelb bis 2013 durchhält. Es habe zwar einen "nicht akzeptablen" Umgangston untereinander gegeben, nun habe sich die Koalition aber zusammengerauft. Die Querschüsse beim Sparpaket? "Völlig normal." Sind die Gesundheitspläne unsolidarisch? Im Gegenteil, sie seien "sehr solidarisch." Hat sie Rücktrittsgedanken wie ihr Hamburger Duz-Freund Ole von Beust? "Im Augenblick können Sie fest davon ausgehen, dass Sie mich nach den Ferien wiedersehen." Hat sie sich einen Zeitpunkt für das Ende in der Politik gesetzt? Ausweichende Antwort. "Jetzt macht's mir erstmal Spaß - und dabei belassen wir's mal."Sprach's, und verschwand von ihrem letzten wichtigen Termin vor der Erholung. Ein Urlaub, den sich die Kanzlerin nach Ansicht der Grünen "nicht verdient" hat. "Nachsitzen, Frau Merkel", fordern die Fraktionschefs Jürgen Trittin und Renate Künast. Nach der Sommerpause warteten die drängenden politischen Fragen. Auch SPD-Chef Sigmar Gabriel kündigt der Regierungschefin einen "heißen Herbst" an.------------------------------Grafik: Die Sonntagsfrage
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com