Menschenfeindlich

Rechte Dumpfbacken und das Internet

Rechte Dumpfbacken, Ausländerfeinde und Fremdenhasser gab es schon immer, aber keiner wusste vor 20, 30 Jahren, wie viele tatsächlich. Denn die meisten trauten sich nicht, sich öffentlich zu artikulieren.

Michael H. Spreng
Lesezeit 2 Min

Rechte Dumpfbacken, Ausländerfeinde und Fremdenhasser gab es schon immer, aber keiner wusste vor 20, 30 Jahren, wie viele tatsächlich. Denn die meisten trauten sich nicht, sich öffentlich zu artikulieren. Zu groß war das Risiko anzuecken, sozial und beruflich geächtet zu werden.

Nur bei manchen Landtagswahlen war das Ausmaß erkennbar, wenn die NPD, die DVU oder die Republikaner in die Parlamente einzogen. Aber da machten die Wähler das Kreuz anonym, ohne Risiko. Und manchmal testeten die Fremdenfeinde ihre kranken Gedanken an Stammtischen.

Das hat sich radikal geändert. Noch nie wurde so viel menschenfeindliches Gedankengut öffentlich geäußert wie heute. Denn das Internet hat auch die rechte Szene verändert. Plötzlich wissen die rechten Dumpfbacken, wie viele sie sind. Sie fühlen sich bestätigt durch die riesige Zahl derer, die im Internet ihre Parolen absondern. Viele davon inzwischen nicht mehr anonym, sondern mit ihrem wahren Namen.

Plötzlich fühlen sie sich nicht mehr als Außenseiter, sondern als Teil einer großen und starken Gemeinschaft.

Und je mehr von ihnen ihre bösartigen Meinungen offen artikulieren, umso niedriger wird auch die Hemmschwelle zur Gewalt.

Vom Reden und Schreiben bis zum Handeln, vom Rufen ausländerfeindlicher Parolen bis zum Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim ist der Schritt kleiner geworden als früher.

Deshalb müssen diejenigen, die rechte Gewalt bekämpfen wollen, bei denen anfangen, die den Boden im Internet bereiten. Hier muss die Gegenwehr ansetzen. Shitstorms mal für die gute Sache.

Und das wäre doch auch einmal eine lohnende Aufgabe für Hacker.

Es bringt nichts, wenn sich die Anständigen nur untereinander versichern, dass sie die Guten sind.

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