Mensch Meyer

Warum wir Sklaven halten

Weltweit gibt es heute etwa 30 Mal so viele Sklaven wie im Römischen Reich.

BK
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Denkmal für die Abschaffung der Sklaverei

Denkmal für die Abschaffung der Sklaverei

© imago images / viennaslide

Fast unbemerkt verhallte Freitag der „Tag des Endes der Sklaverei“ – in Gedenken an den Sklavenaufstand von Haiti im Jahr 1791. Von Ende kann allerdings keine Rede sein. Weltweit gibt es heute etwa 30 Mal so viele Sklaven wie im Römischen Reich (2016 waren es etwa 40 Millionen) – und die Römer waren bekannt dafür, Leute „für umme“ schuften zu lassen. Und klar, Umsonst-Plackerei gibt es auch in Berlin – man denke nur mal an den „Fluchhafen“ BER … Oder an die deutsche Standard-Definition von Menschen, die unbezahlt harte Arbeit erledigen müssen – nämlich „Hausfrau“.

Aber jeder von uns lässt Sklaven für sich arbeiten – irgendwo in den globalen Zuliefer-Ketten verstecken sich Sub-Unternehmer, die Arbeitskräfte versklaven. Laut „Slaveryfootprint.org“ arbeiten etwa 37 Sklaven für mich – bitter also, dass ich meinen Kaffee immer noch selbst kochen muss, denke ich anfangs. „Keine Sorge,“ tröstet mich ein Insider, „geerntet wurde er dafür mit hoher Wahrscheinlichkeit von Sklaven …“

Selbst in Deutschland gibt es schätzungsweise 167.000 Sklaven. Die meisten sind Zwangsprostituierte – und damit meine ich (nicht nur) die Diesel-Ingenieure von VW. Auch in der 24-Stunden-Pflege sind Sklavinnen (meist sind es Frauen) aktiv. „24 Stunden-Pflege? Mit so einer Sklavin war ich auch mal verheiratet. Den ganzen lieben Tag lang trug sie Pflege-Produkte auf“, sagt an der Stelle ein Bekannter, den ich daraufhin von meiner Freundesliste streiche.

Jeder von uns sollte darauf achten, wo er Sklaverei fördert. Denn sie ist nicht nur menschenunwürdig, sondern auch unökonomisch. Das Römische Reich etwa ging durch die Sklaverei unter …

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