Mensch Meyer

Warum wir jetzt reich werden

Über das Gold des 21. Jahrhunderts und seine Goldmine.

BK
Lesezeit 2 Min
Bares Gold, oder auch: Unsere Daten. Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) greift seit dem 25.5..

Bares Gold, oder auch: Unsere Daten. Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) greift seit dem 25.5..

© imago/Christian Ohde

„Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts“, las ich jüngst. Seit gestern sind sie noch wertvoller, denn jetzt gilt die neue, viele verunsichernde DSGVO. Das erfuhr ich Freitag beim Arzt. „Hallo, Frau Schmidt,“ begrüßte ich die Assistentin. „Pssst – bitte keine Klar-Namen,“ erwiderte die, „seit heute gilt die DSGVO – da müssen wir ganz vorsichtig sein.“ Dann sollte ich schriftlich einwilligen, meine Adresse für ein Rezept preiszugeben und dem Arzt die Genehmigung für Notizen über meine Zunge erteilen.

„Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts"

Dank DSGVO denken in den letzten Tagen aber auch viele Menschen an mich. „Bitte lassen Sie uns Ihnen weiterhin Informationen schicken“, schreiben mir Firmen, von denen ich noch nie gehört habe. „Ihre Mode-Boutique Blablabla“. Etwas panisch guckte ich, ob mir auch die Krauss-Maffei-Wegmann GmbH geschrieben hat wegen eines Leopard Panzers, von dem ich neulich träumte. Oder ein russischer Hacker-Club, der mich bittet, meine Email weiterhin bei Angriffen aufs Pentagon einzusetzen zu dürfen …

Neulich treffe ich Mark Zuckerberg im Traum und sage: „Lass uns diesen blöden Datenschutz einfach vergessen. Ihr meint das doch sowieso nicht ernst. Ich möchte lieber ein Drittel Umsatzbeteiligung für jeden Dollar, den du mit meinen Daten verdienst!“ „Bist du verrückt?“, sagt Mark, „Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts – schon mal gehört, dass eine Goldmine am Umsatz beteiligt wird?“ „Schon mal gehört, dass eine Goldmine den sinnlosen Quatsch kauft, den ihr ständig bewerbt?“, erwidere ich. Denn das ist das Schöne – wir sind die Goldmine, aber auch ihr Besitzer. Wir haben es nur irgendwie vergessen …

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