Mensch Meyer

Warum Marktforschung keine richtige Forschung ist

Kabarettist Chin Meyer schreibt jeden Mittwoch und Sonnabend für den Kurier.

Chin Meyer
Lesezeit 2 Min

Das könnte man als Betrug werten. Tatsächlich aber handelt es sich um die hohe Kunst, der scheinbaren tristen Realität eine farbenfrohe Fiktion entgegenzuschleudern. Immer nach dem Motto: „Nur fake News sind gute Nachrichten.“ So finden angeblich 70 Prozent aller Amerikanerinnen ihren Arsch zu dick. 30 Prozent haben ihn geheiratet und über 51 Prozent wählten ihn zum Präsidenten! Ein Marktforscher würde sagen: Die Marktdurchdringung des Arsches beträgt 151 Prozent. 

Eine Granate im Bett

Nun hat diese Schieflage auch etwas mit einem Einspartrend der Kunden zu tun. Wer nur einen Spottpreis zahlt erhält manchmal eben auch nur Spott... Dafür gibt es hier Chancen für schwer vermittelbare Arbeitnehmer. Neulich erfuhr ich von einem Betrüger, der jetzt sein Leben komplett ändern wolle. „Will er ehrlich werden?“ fragte ich. „Nein, Marktforscher!“ 

Wenn Sie also das nächste Mal von einem Wundermittel hören, dass Umfragen zufolge sensationell ist, seien Sie etwas vorsichtig. Es könnte auch so entstanden sein: „Deine Frau soll laut Umfragen in der Nachbarschaft ja eine Granate im Bett sein,“ sagt ein Marktforscher zum anderen. „Nicht wirklich,“ erwidert der. „Sie täuscht die Orgasmen vor, damit das von ihr vertriebene Potenzmittel bessere Bewertungen erhält.“

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