Mensch Meyer

Warum ich Alpträume habe

Kabarettist Chin Meyer schreibt jeden Mittwoch und Sonnabend im Kurier.

Chin Meyer
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Chin Meyer hat Alpträume.

Chin Meyer hat Alpträume.

© imago/Ralph Peters

Der US-Waffenhersteller Remington ist insolvent. Schuld daran ist – Donald Trump. Unter Obama kauften die Leute wie verrückt Waffen, weil sie schärfere Waffengesetze fürchteten. Diese Angst ist mit Trump verflogen. Resultat: Kein Knarren-Absatz mehr. Donald könnte die gesamte Waffenindustrie in den Bankrott treiben und so für eine friedlichere Welt sorgen – ein schöner Traum.

Jüngst hatte ich einen anderen Traum: Ich war Kanzlerkandidat der SPD. Es war natürlich ein Alptraum. Man hatte mir den Job erst so richtig schmackhaft gemacht: „Wir brauchen dich.“ „...wollen mal wieder lachen...“, „...brauchen jetzt jemand, der keinen Partei-Stallgeruch hat“. Kaum hatte ich eingewilligt, brach die Hölle los. „Ok,“ sage ich, „lasst uns was mit sozialer Gerechtigkeit, mehr Bildung und schnellem Internet für alle machen.“ „Och nö,“ heißt es auf einmal, „weiß nicht“. „Hat doch schon beim Martin nicht geklappt“. „Dann singt die Andrea bestimmt wieder Pippi Langstrumpf...“

Mit Donald Trump an der Spitze wäre die SPD sich einig

Diese Streitereien unterscheiden Linke ja von Rechten. Bei den Rechten heißt es: „Guck mal – da drüben ist der mit dem Geld! Wir machen einfach das, was der will.“ Schon sind sie sich einig. Linke sagen: „Der mit dem Geld ist ein Arsch – der soll zahlen!“ Sofort geht der Streit los, wie viel und wofür... 

Vielleicht sollte Donald Trump statt Andrea Nahles Parteivorsitzender werden. Dann wäre die SPD sich endlich mal einig: Der Typ muss weg! Dazu wird es nicht kommen. Schon weil die US-Waffenindustrie so verzweifelt ist. Und eventuell Herrn Trump gemeinsam mit der CIA eine Fahrt im offenen Wagen durch Dallas spendiert...

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