Meng Meng wird Mama

Hier schlägt das Herz ihres Babys

Endlich bestätigt Ultraschallbild, dass die Panda-Dame trächtig ist

Norbert Koch-Klaucke
Lesezeit 3 Min
Panda Meng Meng

Panda Meng Meng

© Zoo Berlin

Das aktuelle Ultraschallbild zeigt den Herzschlag des Panda-Babys (Pfeil).

Das aktuelle Ultraschallbild zeigt den Herzschlag des Panda-Babys (Pfeil).

© Zoo Berlin

Ein kräftig schlagendes Baby-Herz: Darauf hatte man seit Tagen mit Spannung gewartet. Allen voran Zoo-Chef Andreas Knieriem und Thomas Hildebrandt, Fortpflanzungsspezialist vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW). Sie hatten zwar vor zwei Wochen ein Ultraschallbild gezeigt, auf dem eine Embryonalblase in der Gebärmutter von Meng Meng zu sehen war. Hildebrandt, der die Untersuchungen durchführt, war sich aber nur zu 85 Prozent sicher, dass das Tier trächtig ist. Die Möglichkeit einer Scheinschwangerschaft bestand. Für den endgültigen Beweis bedurfte es den erkennbaren Herzschlag beim Embryo.

Untersuchung dauerte wenige Minuten

Dieser war nun am Dienstagmorgen auf dem Gerät zu sehen. „Die Untersuchung fand gegen 8 Uhr statt. Wir hatten Glück, dass Meng Meng für ein paar Minuten mitmachte“, sagt Zoo-Sprecher Maximilian Jäger. Denn das Panda-Weibchen hatte zuvor keine Lust auf weitere Untersuchungen. Außerdem war Spezialist Hildebrandt in der vergangenen Woche auf Dienstreise in Kenia. Geplante Ultraschall-Termine fielen deshalb aus.

Ultraschall-Spezialist Thomas Hildebrandt

Ultraschall-Spezialist Thomas Hildebrandt

© dpa

Kaum aus Afrika zurück, schaffte es der Experte nun, dass Meng Meng eine neue Untersuchung zuließ. Mit ein paar Apfelstücken, speziellen Keksen und Honigwasser konnte Hildebrandt die 92 Kilogramm schwere Bärin dazu bringen, sich auf den Rücken zu legen und den Bauch mit dem Ultraschallgerät abtasten zu lassen. Dann sah der Experte das schlagende Herz. „Wir sind voller Freude über diese Nachricht. Bei bedrohten Tierarten wie den Pandas ist jeder Nachwuchs ein großes Geschenk“, sagt Zoo-Chef Knieriem. Denn nur 1.860 Pandas leben in China in freier Wildbahn.

Meng Meng ist mit Männchen Jiao Qing (9) seit 2017 im Zoo. In diesem Frühjahr paarten sich die Tiere. Zusätzlich wurde Meng Meng künstlich besamt. Nun, wo feststeht, dass das Weibchen trächtig ist, wäre der Berliner Zoo der erste Tiergarten in Deutschland, in dem ein Panda-Baby auf die Welt kommen. Die Sensation wäre perfekt.

Geburt innerhalb zwei Wochen 

Anhand der Hormonwerte von Meng Meng rechnen die Experten schon mit einer Geburt innerhalb der nächsten zwei Wochen.
Unklar ist, ob Meng Meng nur ein Junges oder sogar Zwillinge zur Welt bringen könnte. „Wir hatten bei der Untersuchung nicht genügend Zeit, um weitere Jungtiere auszuschließen“, sagt Zoo-Sprecher Jäger. Erneute Untersuchungen seien erst einmal aber nicht geplant.

Meng Meng bei der Ultraschall-Untersuchung

Meng Meng bei der Ultraschall-Untersuchung

© Zoo Berlin

Während der werdende Vater Jiao Qing weiter für Zoo-Besucher zu sehen sein wird, bleibt Meng Meng nun in den hinteren Räumen der Anlage. Dort soll sie sich in Ruhe auf die Geburt vorbereiten. Dabei wird das Weibchen von Pflegern, Biologen, Tierärzten und zwei Spezialistinnen aus China mittlerweile im Dreischichtsystem, also auch nachts, überwacht. Aber auf Distanz. „Wir greifen nur ein, wenn es nötig ist“, sagt Knieriem.

Panda-Weibchen können bis zu drei Babys bekommen. In der Regel überlebt nur eins. Die Mütter haben nicht genug Milch, um mehrere Jungen zu ernähren. Im Zoo würden bei einer Mehrfachgeburt die Pfleger die Babys zusätzlich mit einer speziellen Milch füttern. Panda-Babys sind bei der Geburt so groß wie Meerschweinchen, nackt und blind. Mit 90 bis 130 Gramm bringen sie nur einen Bruchteil des Gewichts der Mutter auf die Waage. Die Jungen wachsen schnell. Schon im Spätherbst könnte der Zoo Meng Mengs Nachwuchs den Besuchern zeigen. 

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