Jahrelang waren sie aus der deutschen Fernsehwerbung nicht wegzudenken: Nina und Julia Meise (42) schrieben als blonde Zwillinge Werbegeschichte und wurden vor allem durch die Ratiopharm-Werbespots ab Ende der 1990er Jahre zu echten Publikumslieblingen. Während andere Werbegesichter längst in Vergessenheit geraten sind, haben die Meise-Zwillinge ihren Kultstatus bis heute behalten. Doch was wurde eigentlich aus den beiden Werbe-Ikonen?
Aus der Ratiopharm-Werbung ins Business: Was die Meise-Zwillinge heute machen
Wer Nina und Julia gemeinsam auf der Straße begegnet, erkennt sie oft sofort. Daran hat sich auch heute kaum etwas geändert. „Wenn wir beide zusammen unterwegs sind, passiert es sehr häufig, dass wir erkannt werden. Die Werbung von damals ist schon immer noch sehr präsent in den Köpfen der Menschen. Wir nutzen dieses Zwilling-Sein natürlich für unsere Brand“, erzählt Nina dem Berliner KURIER.
„Es gibt natürlich auch mal Momente, in denen wir weniger Lust darauf. haben. Dann stylen wir uns so, dass man uns nicht sofort erkennt. Das ist das Gute an unserem Geschäftsmodell. Wenn wir Aufmerksamkeit wollen, ziehen wir uns gleich an. Wenn nicht, fallen wir gar nicht auf.“
Besonders stolz sind die Schwestern auf ihre Karriere in der Werbewelt. Schließlich gab es eine Zeit, in der Werbegesichter einen ähnlichen Bekanntheitsgrad wie TV-Stars hatten. „Zu unserer Zeit gab es richtige Werbe-Ikonen. Die gibt es heute leider nicht mehr. Die Werbung hat sich natürlich durch Social Media sehr verändert. Aber wir haben Glück, wir bleiben Werbe-Ikonen“, sagt Nina. „Wir haben unsere Berufung zum Beruf gemacht: Das Zwillingsein. Wir arbeiten als Moderatorinnen, als Twin-Fluencerinnen, als Models - alles, was man sich vorstellen kann.“ Und Julia ergänzt: „Wir haben uns selbst als Marke aufgebaut und wir vermarkten unser Zwillingsein in alle Richtungen. Wir sind seit fast 20 Jahren selbständig und können gut davon leben.“
Gerne würden die Meise-Zwillinge auch wieder für Ratiopharm arbeiten: „Wir wären bereit und würden es sofort wieder tun“, sagt Julia.
Bei „Die Verräter“ mussten die Meise-Zwillinge plötzlich getrennte Wege gehen
Aktuell sorgen Nina und Julia Meise auch im TV-Format „Die Verräter – Vertraue Niemandem!“ für Aufmerksamkeit. Auf der Kino-Premiere zur vierten Staffel vor einigen Wochen ensteht auch das Gespräch mit den Zwillingsschwestern.
In der beliebten Show müssen die Zwillinge etwas tun, was für sie nahezu unvorstellbar ist: getrennte Wege gehen. „Das war für uns eine Riesen-Challenge. Ein Leben lang gehen wir gemeinsam durchs Leben und halten zusammen. Das war jetzt bei ‚Die Verräter‘ nicht so“, sagt Julia.
Seit Ende der 1990er Jahre traten die Meise Zwillinge in der Ratiopharm-Werbung auf.
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Auch Nina hatte vor dem Experiment Respekt: „Zum ersten Mal in unseren Leben sind wir nicht als Team angetreten und das hat uns auch vorher große Sorgen bereitet. Es ging überraschend gut. Wir haben uns am Anfang gesagt, dass wir Abstand zueinander halten wollen, weil wir beide nicht mit der Situation umgehen konnten. Aber dann hat es sich gut eingespielt.“
Trotzdem blieb die Verbindung bestehen. „Wir haben unser Ding gemacht, waren aber im Herzen miteinander verbunden. So ist das bei Zwillingen“, sagt Julia. Und Nina bringt ihre besondere Beziehung mit einem einzigen Satz auf den Punkt: „Zwischen uns kommt kein Blatt, kein Mann und kein Verräter.“
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