Meine Meinung

Angst siegt über die Freiheit

Für diesen Sieg kann sich der Islamische Staat schon mal eine Kerbe in die Kalaschnikow schnitzen: Der lange Arm des IS-Terrors reicht offenbar bis in den Kölner Straßenkarneval.

Dierk Rohwedder
Lesezeit 2 Min

Für diesen Sieg kann sich der Islamische Staat schon mal eine Kerbe in die Kalaschnikow schnitzen: Der lange Arm des IS-Terrors reicht offenbar bis in den Kölner Straßenkarneval. Das Aus für den geplanten „Charlie-Hebdo“-Motivwagen am Rosenmontag ist eine Blamage. Wäre dieser Wagen ohne Vorankündigung im Zug mitgefahren, hätte sich kaum jemand dran gestoßen. Denn er zeigt nicht den Propheten Mohammed, sondern einen maskierten Attentäter, dem ein Journalist (schön wär’s ...) mit einem Stift die MP vernagelt.

„Je suis Charlie“, das gilt in Köln offenbar nicht, jedenfalls nicht im Karneval. Während die Jecken sich sonst gerne mal Putin, die Kanzlerin, den Papst und natürlich Tebartz-van Elst zur Brust nehmen, hat in diesem Fall die Angst über die Narrenfreiheit gesiegt. Der peinliche Kniefall erinnert an die umstrittene Rolle des rheinischen Karnevals in der NS-Zeit, als antisemitische Wagen im „Zoch“ fuhren und man Lieder wie „Die Jüdde wandern uss“ sang.

Halten wir fest: Das Schunkeln ist eine zu ernste Sache, das darf man sich doch nicht durch Zivilcourage vermiesen.

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