Mein Leben zwischen Glamour und Elend In Hollywood ist er gefeierter Star, in Afrika engagierter Entwicklungshelfer zum Anfassen

George Clooney

ds
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Los Angeles Am Sonntag steht er auf der Bühne des Kodak-Theaters in Hollywood und überreicht Oscars. Doch George Clooneys Gedanken werden 9000 Meilen weit weg sein. Der 49-Jährige macht den Spagat zwischen seichten Showbusiness und tödlicher Politik. Denn gerade ist er aus dem Sudan zurückgekehrt: "Es ist schon surreal in dieser Glamourwelt zu sein, wenn man gerade noch in Afrika war, um einen Bürgerkrieg zu verhindern."Clooney setzt sich als Promi-Staatsmann für eine friedliche Abspaltung des Süd-Sudans ein: "Es ist gut, wenn man mit seinem Status die Medien dazu bringen kann, über Missstände zu berichten. Oder wenn man Politiker inspirieren kann, mehr zu tun." Er selbst riskiert dafür sein Leben. Im Januar reiste er nach Afrika und tourte die Kriegsgebiete in einem weißen Pickup-Truck - unter den wachsamen Augen von Kindersoldaten, bewaffnet mit AK-47 Maschinengewehren. Mehr als einmal wurde schon auf ihn gezielt: "Ich wünschte, die Paparazzi wären mir dabei gefolgt."Dem Magazin "Newsweek" verriet Clooney, dass er einen direkten Draht zu den Rebellenführern hat. Der 49-Jährige sponsert einen eigenen Satelliten (SarSentinel.org), der frei zugänglich ist. Mit dem werden Truppen-Bewegungen an der Grenze beobachtet. Das brachte Clooney einen mächtigen Feind ein: Omar al-Bashir, der Führer der islamistischen Regierung im Nordsudan.Clooneys Vater Nick, ein Fernsehjournalist aus Kentucky, weckte Georges Interesse an den schlimmen Zuständen in Afrika: "Mein Dad war außer sich vor Wut, als man Klatschnachrichten den News vom Gemetzel aus Darfur vorgezogen hat. Wir sind zusammen nach Afrika gereist."Clooneys Einfluss in der amerikanischen Sudan-Politik ist groß - dank seiner Freundschaft mit Barack Obama. Nach einem Treffen von Clooney mit dem Präsidenten entsandte das Weiße Haus den einflussreichen Senator John F. Kerry in den Sudan: "John und ich versuchen Schlagzeilen zu machen, damit die Welt den Sudan nicht aus den Augen verliert. Am besten sollten wir eine Reality-Show draus machen."Clooney kommt bei den Leuten in Afrika an, weil er keine Star-Allüren hat. Er schläft in Hängematten und trinkt warmes Bier mit Stammesführern. Die Volksnähe käme auch in Amerika an. Kein Wunder, dass die demokratische Partei schon mehrmals versucht hat, Clooney als Kandidaten für ein Amt anzuwerben. Doch einen Ausflug in die Politik will der sich ersparen. Er spielt lieber Politiker auf der Leinwand. So wie im neuen Film "Iden des März". Da tritt er als Präsidentschaftskandidat an.------------------------------BU: In Afrika kennt Clooney keine Starallüren. Er kämpft für ein unabhängigen Süd-Sudan.

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