Gesucht werden persönliche Motive, abseits der Massen-Bilder aus der Nacht des Mauerfalls. Bürgermeister Grunst hat eine Strand-Erinnerung aus dem Sommer 1989 ausgewählt. Das Schwarz-Weiß-Foto zeigt ihn mit einem Fußball im Sand. Grunst war bis zu jenem Jahr immer in Prora an der Ostsee im Urlaub. Auch noch, als einer seiner Freunde schon über die Donau abgehauen war und erste DDR-Bürger nicht mehr aus dem Ungarn-Urlaub zurückkamen. „Das war eine sehr intensive Zeit, weil sich damals für die Menschen in der DDR vieles zum Positiven gewendet hat“, erinnert sich der heutige Linken-Politiker. Auf die Idee, sich selbst aus der DDR abzusetzen, sei er nicht gekommen. „Ich war damals sehr naiv und wollte die DDR von innen reformieren“, sagt er. Dem Sommer-Foto fügt Grunst noch zwei Kinderbilder hinzu. Eines zeigt ihn bei der Einschulung in Plauen. Es entstand zwar schon 1976 und nicht 1989, ist aber auch eine sehr persönliche DDR-Erinnerung.
So sieht er heute aus: Der Bürgermeister bei einem Pressetermin.
© Sabine Gudath
Mit der Foto-Ausstellung „Mein „89 …!?“ sollen diese und andere Geschichten in Bildern erzählt werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob Teilnehmer schon damals in Lichtenberg wohnten oder ob sie erst nach 1989 nach Berlin gezogen sind. Wichtig ist, dass die Bilder und Filmaufnahmen aus der wechselvollen, abenteuerlichen Zeit des politischen Umbruchs von 1989 stammen. Ausgewählte Werke werden von Oktober bis Dezember im Gemeindezentrum der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde gezeigt.
Jeder kann seine Fotos bis zum 10. September beim Verein Treffpunkt Heinrichstraße einreichen. Das geht per Post (Heinrichstr. 31, 10317 Berlin) und per E-Mail (info@treffpunkt-heinrichstrasse.de).
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