Mehr Personal für Berlins Haftanstalten

Im Knast haben sich SPD und CDU lieb

Koalitions-Eintracht hinter Gittern: Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) und SPD-Fraktionschef Raed Saleh wollen mehr Personalmittel für Berliner Knäste.

Gerhard Lehrke
Lesezeit 2 Min
Raed Saleh und Thomas Heilmann diskutieren die Sicherheitslage.

Raed Saleh und Thomas Heilmann diskutieren die Sicherheitslage.

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Seit 2011 war die Zahl der besetzten Stellen um 47 auf jetzt 483 reduziert worden, weil die Zahl der Häftlinge sank. Der Rückgang der Häftlingszahl machte die Arbeit für die Justizmitarbeiter aber nicht leichter. Anstaltsleiter Wolfgang Fixon: „Wir haben immer mehr Häftlinge am Rand zur psychischen Erkrankung. Mehr Häftlinge sind abhängig von synthetischen Drogen – der Entzug ist schwieriger." Viele Knackis seien außerdem verwahrlost. Dazu kommen andere schwierige „Gäste“: 24 Rocker und fünf Salafisten.

Die Überlastung führte zu einem Krankenstand um die 20 Prozent. Mit Saleh strebt Heilmann für den gesamten Vollzug rund 100 Stellen mehr an.
Heilmann wollte auch zeigen, dass die Sicherheit verbessert wurde. Am 19. Mai 2014 waren ein mutmaßlicher Mörder und ein Betrüger geflüchtet: Sie zersägten ein Gitter, entkamen durch eine durch nachlässige Arbeiten entstandene Lücke der Stacheldraht- und Gittersicherung auf einer Mauer. Sie wurden wieder eingefangen.

Jetzt bekommen die Fenster nach und nach Mangan- statt Stahlgitter, moderne Kameras schlagen bei Bewegungen Alarm, der Stacheldraht-Verhau ist verstärkt. Außerdem werden Zellen seit 2011 vergrößert (aus drei mach zwei), weil viele rechts- und verfassungswidrig klein waren.

Moabit hat 994 Zellen. Davon waren gestern 542 mit Untersuchungshäftlingen belegt, 339 mit gerade verurteilten Tätern vor ihrer Verlegung in ihre endgültige Haftanstalt. Langfristig sollen nur 900 Zellen übrigbleiben. GL

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