Mega-Wohn-Projekt

Diese Ausstellung soll Berlin die Mauerpark-Pläne schmackhaft machen

700 Wohnungen sollen hier entstehen. Doch über das Projekt streiten Senat, Bezirk, Bauherr und Anwohner.

JEANNETTE HIX
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Historiker Stephan Müller zeigt eine der insgesamt 15 Tafeln, die jeden Sonntag im Mauerpark zu sehen sind.

Historiker Stephan Müller zeigt eine der insgesamt 15 Tafeln, die jeden Sonntag im Mauerpark zu sehen sind.

© Teich Lizenz

Das älteste Foto der Ausstellung ist von 1925. „Es zeigt eine Luftbildaufnahme des alten Nordbahnhofs“ sagt Ausstellungskurator Stephan Müller (43) vom Museum Pankow. „Der Nordbahnhof wurde 1877 errichtet und bis Mitte der 70er Jahre als Güterumschlagplatz Eberswalder Straße genutzt, bis er 1985 stillgelegt wurde“, erzählt Müller weiter.

Bis zur Wende führte hier der Todesstreifen entlang, bis sich Anwohner Hacke und Spaten schnappten und Bäume und Sträucher pflanzten – der Mauerpark entstand.

Der Gleimtunnel ist noch ein Überbleibsel des alten Nordbahnhofs. Nordwestlich davon plant der Senat jetzt ein Mega-Wohn-Projekt – 1-64a VE heißt der Bebauungsplan. Auf einer alten Industriebrache (3,5 Hektar) sollen rund 700 Wohnungen entstehen, 70 Prozent davon sind Mietwohnungen. Auch eine Kita, 219 Studentenwohnungen, 194 Eigentumswohnungen und 43 seniorengerechte Wohnungen sind geplant. Teil des Deals: Der unbebaute, grüne Teil Mauerparks wird am Ende sogar um sieben Hektar größer. Trotzdem laufen viele Anwohner gegen die Senatspläne Sturm.

Heiner Funken von der „Mauerpark-Allianz“ zum KURIER: „Wir haben 39 000 Einwendungen gesammelt. Der Park soll Grünfläche bleiben, so wie es 1993 der Mauerparkvertrag zwischen Allianz Umweltstiftung und dem Land Berlin vorsieht.“

Doch der Senat hält an den Plänen fest, hat dem Bezirk die Planungshoheit entzogen.

Fakt ist: Berlin wird immer beliebter – seit dem Mauerfall zogen 2,9 Mio. Menschen hierher. Auch zur Open-Air-Ausstellung kamen viele Touris, die vielleicht demnächst nach Berlin ziehen. Funken kontert: „Mehr Wohnraum entsteht auch durch Baulücken-Schließung, Dachausbauten sowie Umnutzungen von Gewerbe- in Wohnräume.“

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