Noch ist der künftige „größte Puff von Berlin“ ein Wohnhaus an der Englischen Straße/Ecke Salzufer. Dort leben 30 Mieter, ein Hostel ist drin – und seit 40 Jahren ist im Erdgeschoss auch ein kleiner Puff. „Das störte bisher niemanden“, sagt Hausbesitzerin Kerstin Breidenbach (53).
Doch dann kam Daimler, baute 2004 sein „Smart-Center“. Das 13-stöckige Autohaus kesselte das kleine Wohnhaus von Breidenbach regelrecht ein. „Die Autohaustürme verschatten mein Haus, haben es unbewohnbar gemacht“, sagt die Besitzerin. Ihr Entschluss: „Wenn keiner mehr im Haus richtig wohnen kann, zumal Kunden und Mitarbeiter des Autohauses noch ständig in die Wohnungen meiner Mieter schauen können, dann baue ich es zu einem großen Bordell aus.“ Und so besorgte sich Kerstin Breidenbach vom Bezirk einen Bauvorantrag.
Dagegen ging der Grundstücksbesitzer der „Mercedes-Welt“ vors Verwaltungsgericht, um den drohenden „niveaulosen“ Verkehr in der Nachbarschaft zu stoppen. Jetzt kam es zur Verhandlung. Es wurde schnell klar, dass das Gericht nicht eingreifen würde. Der Grundstücksbesitzer zog die Klage zurück. Nun muss er damit leben, dass der Verkehr am Salzufer bald richtig brummt.
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