Mega-Bauprojekt in Berlin-Pankow

Thälmann-Kiez mauert gegen 1700 Wohnungen

Wegen Parkplatzmangels. Anwohner und Linke wollen Mega-Bauprojekt verhindern

Gerhard Lehrke
Lesezeit 2 Min
Die Grünfläche und die Parkplätze zwischen Michelangelo- und Hanns-Eisler-Straße („Mühlenviertel“) sollen mit Wohnhäusern bebaut werden.

Die Grünfläche und die Parkplätze zwischen Michelangelo- und Hanns-Eisler-Straße („Mühlenviertel“) sollen mit Wohnhäusern bebaut werden.

© Thomas Lebie Lizenz

Uwe Mühlenberg (54) hat 1000 Parkplätze gezählt, die durch die Neubauten wegfallen würden, und erwartet große Park-Not.

Uwe Mühlenberg (54) hat 1000 Parkplätze gezählt, die durch die Neubauten wegfallen würden, und erwartet große Park-Not.

© Thomas Lebie Lizenz

Elfriede Päthe (79) fürchtet, dass die Neubauten dunkle Höfe bilden – wie früher am Ostbahnhof, von wo sie 1964 herzog.

Elfriede Päthe (79) fürchtet, dass die Neubauten dunkle Höfe bilden – wie früher am Ostbahnhof, von wo sie 1964 herzog.

© Thomas Lebie Lizenz

Die Michelangelostraße (von oben links nach unten rechts) soll von Neubauten begleitet werden, die alten Häuser abschirmen.

Die Michelangelostraße (von oben links nach unten rechts) soll von Neubauten begleitet werden, die alten Häuser abschirmen.

© Thomas Lebie Lizenz

In einem Wettbewerb des Senats siegte ein Entwurf mit rund 1700 Wohnungen, der beiderseits der Michelangelostraße eine Bebauung längs der Fahrbahn vorsieht.

Christel Model von der Initiative „Leben in der Michelangelostraße“ beklagt, dass die Kaltluft der umliegenden Grünanlagen durch die Bauten abgeschnitten werde, Anwohnerin Elfriede Päthe bemängelt, dass die Neubauten Schatten auf die Häuser auf der Nordseite werfen, Uwe Mühlenberg aus der parallelen Hanns-Eisler-Straße fürchtet den Verlust von 1000 Parkplätzen. Ex-Stadtentwicklungsstadtrat Michail Nelken (Linke) bemängelte eine Planung ohne Einbeziehung des Mühlenviertels und heischte um Beifall: „So, wie geplant wird, kann man nicht zustimmen.

Bei einem Vorhaben am Thälmannpark beklagte Nelken, dass Investoren zum Zuge kommen sollen, die unangenehm aufgefallen seien. Sie hätten Bahngelände vor Umwidmung in Bauland günstig gekauft: Es könne nicht sein, dass Berlin für ihre Gewinne sorge, wenn sie bauen dürfen.

Stadtentwicklungs-Stadtrat Jens-Holger Kirchner (Grüne): „Man fragt sich, wie vergesslich die Linke ist. Sie hat gerade in Pankow bis 2011, als Nelken Stadtrat war, Wohnungsneubau verhindert. Auf Landesebene hat sie die GSW mitverkauft und Wohnungen abreißen lassen.“ Sie sei also für die Wohnungsnot mitverantwortlich und solle ihre „verlogene“ Kampagne gegen Wohnungsneubau sein lassen.

Zu einzelnen Befürchtungen sagte er, dass die Michelangelostraße keine Kaltluftschneise sei. Es könne zwar zu „Verschattungen“ kommen, aber dafür werde es hinter den Neubauten leiser. Natürlich werde es weniger Parkplätze geben, aber es kämen 750 oberirdisch und allein 450 in einer Tiefgarage unter einem geplanten Sportplatz dazu.

Beim Thälmannpark wisse er von nicht nur guten Erfahrungen mit den Investoren. Aber: „Sie sind verpflichtet, 30 Prozent der bis zu 600 Wohnungen zu sozialverträglichen Mieten anzubieten.“ GL

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