Im Wahlkampf war Ingo Senftleben noch guter Dinge. Für den CDU-Politiker gab es nur eine Richtung: die nach oben. In den Umfragen. Und das zeigt er auch selbstbewusst im Wahlkampf, wie bei einem Fototermin in einer Kletterhalle in Neuruppin.
Vorbei. Mitten in den Gesprächen für eine mögliche Regierungsbeteiligung in Brandenburg hat CDU-Partei- und Fraktionschef Ingo Senftleben seinen Rücktritt angekündigt. Generalsekretär Steeven Bretz sagte, Senftleben werde am Dienstag verkünden, vom Parteivorsitz zurückzutreten und nicht mehr für den Fraktionsvorsitz zu kandidieren. Der 45-Jährige zieht damit Konsequenzen aus einem Machtkampf nach Verlusten bei der Landtagswahl.
Michael Stübgen als Nachfolger im Gespräch
Die Landes-CDU war am vergangenen Sonntag bei der Landtagswahl eingebrochen und um 7,4 Prozentpunkte im Vergleich zur Wahl vor fünf Jahren auf ein bisheriges Tief von 15,6 Prozent gefallen. Sie wurde drittstärkste Partei hinter SPD und AfD. Senftlebens Gegner Frank Bommert und Saskia Ludwig hatten nach der Wahl seinen Rücktritt gefordert. Senftleben kommt mit seinem Rücktritt einer möglichen Niederlage am Dienstag bei der Wahl der Fraktionsspitze zuvor. Bommert will als Fraktionschef kandidieren. Ludwig kommentierte den Rückzug nur mit einem Wort: „Respekt!“
Als kommissarischer Landeschef ist der Chef der CDU-Landesgruppe Brandenburg im Bundestag, Michael Stübgen, vorgesehen. Auf einem Landesparteitag im November wird der Landesvorsitzende neu gewählt. Senftleben wird sich auch aus den Sondierungsgesprächen zurückziehen, nicht für ein Regierungsamt zur Verfügung stehen. Das CDU-Landespräsidium hat Stübgen gebeten, die Führung der CDU in den Gesprächen zu übernehmen. „Ich hätte diese Aufgaben nicht übernommen, wenn ich nicht wirklich wollen würde, dass wir zu einer Koalition kommen“, sagt Stübgen. „Und wenn ich nicht gleichzeitig die Chance sehen würde, dass wir in dieser Koalition für das Land auch was erreichen können.“
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