Oben raschelt es im Laub, unten wird gejagt und gehortet. Im Herbst sind Igel und Maulwürfe besonders aktiv. Genau jetzt sollen Menschen in ganz Deutschland Ausschau nach den beiden Wildtieren und ihren Spuren halten.
Deutschland zählt wieder Igel und Maulwürfe
Die Deutsche Wildtier Stiftung ruft vom 18. bis 28. September zur bundesweiten Herbstzählung auf. Bereits zum vierten Mal sollen Bürger melden, wo sie Igel entdecken oder Maulwurfshügel finden. Das Citizen-Science-Projekt soll mindestens zehn Jahre laufen und dabei helfen, die Entwicklung der Bestände besser einzuschätzen.
Während der Maulwurf unterirdisch Vorräte anlegt, frisst sich der Igel im Herbst Fettreserven für seinen Winterschlaf an.
© Florian Schust/Eibner-Pressefoto/IMAGO
Nach Angaben der Stiftung dürften die Populationen beider Arten zurückgehen, belastbare Zahlen dazu fehlen allerdings bislang. Gleichzeitig soll die Aktion dafür sorgen, dass Menschen aufmerksamer mit den Tieren und ihren Lebensräumen umgehen. In den vergangenen Jahren beteiligten sich bereits Tausende Menschen an den Zählaktionen.
Unter der Erde wartet ein lebender Vorrat
Besonders erstaunlich ist, was sich währenddessen unter unseren Füßen abspielt. Anders als der Igel verschläft der Maulwurf den Winter nämlich nicht und braucht deshalb auch in den kalten Monaten Nahrung.
Dafür legt er sich Vorräte aus Regenwürmern an. Laut Deutscher Wildtier Stiftung beißt der Maulwurf seine Beute gezielt in den Kopf, damit die Würmer am Leben bleiben, aber nicht mehr fliehen können. Anschließend landen sie als Frischvorrat in unterirdischen Kammern.
Für die Zählaktion muss sich der Maulwurf nicht einmal zeigen: Auch seine charakteristischen Erdhügel können als Beobachtung gemeldet werden.
© Karina Hessland-Wissel/IMAGO
Der Igel verfolgt eine andere Winterstrategie: Er sucht derzeit oberhalb der Erde nach Nahrung und frisst sich Fettreserven an, von denen er während seines Winterschlafs zehren kann.
Jeder Fund hilft der Forschung
Wer einen Igel sieht oder typische Erdhügel entdeckt, kann selbst Daten für das Projekt liefern. „Jede einzelne Meldung liefert wertvolle Daten zu den Tieren, die Forschende allein flächendeckend kaum erheben könnten“, schreibt die Deutsche Wildtier Stiftung.
Die Beobachtungen können mit Fundort, Datum, Fotos und weiteren Angaben auf Igelsuche.de eingetragen werden.
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