Eine 1,40 Meter mal 1,40 Meter große Stahlplatte, Metallstreben mit Seilen, vier Gasflaschen: So wird die Ballon-Gondel im Mauermuseum seit Ende 1979 gezeigt. Dazu sind noch zehn Meter des Ballonstoffes zu sehen.
Geheimplan-Transport ins Museum
Gleich nach ihrer Flucht von Thüringen nach Bayern beschlossen die Familien Wetzel und Strelzyk, die Sachen dem Mauermuseum zu übergeben. Das Problem: Gondel und Stoff mussten von Bayern aus durch die DDR transportiert werden. Denn das Museum an der Friedrichstraße, das heute im Herzen des wiedervereinten Berlins ist – es war damals West-Berliner Gebiet nahe des berühmten Grenzüberganges Checkpoint Charlie.
Der damalige Museumschef Rainer Hildebrandt (starb 2004) musste daher einen Geheimplan für den Transport entwickeln. Seine Witwe und heutige Museumschefin Alexandra Hildebrandt (59) erklärt: „Es gab ja von Bayern nach West-Berlin nur den DDR-Transitweg. Mein Mann befürchtete, dass die Gondel beim Transport mit einem Lkw von DDR-Grenzern entdeckt werden könnte, die die West-Fahrzeuge kontrollierten.“
In Einzelteilen durch die DDR transportiert
So wurde beschlossen, dass die Gondel in mehrere Einzelteilen zerlegt wird. „Enge Freunde meines Mannes schleusten dann in ihren privaten Pkw die Teile unauffällig durch die DDR nach West-Berlin“, sagt Alexandra Hildebrandt.
Die Vorsicht war berechtigt. Aus Stasi-Akten weiß die Museumschefin: Die DDR wusste, dass die Ballon-Gondel in West-Berlin gezeigt werden sollte, wollte den Transport verhindern. „Mein Mann stand ständig unter Beobachtung der Stasi“, sagt Alexandra Hildebrandt. „Bis zum Ende der DDR wurden etwa 200 IM ins Mauermuseum eingeschleust.“
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com