Umweltfreundlich unterwegs
Bis 2030 soll der Nahverkehr klimaneutral werden – also nicht mehr zur Erderwärmung beitragen. Auch Busse sollen elektrisch fahren, mit Ökostrom. Bis 2023 soll die BVG 120 elektrische Zwölf-Meter-Busse kaufen, die in Betriebshöfen geladen werden.
Voraussichtlich auf der Linie 200 testet die BVG 15 elektrische Gelenkbusse, die an den Endstationen geladen werden können. Von 2022 bis 2030 müssen rund 1500 Elektrobusse erworben werden.
Renaissance der Oberleitungsbusse
In Berlin sollen wieder Obusse fahren. Doch mit dem Trolleybus früherer Zeiten haben die „Streckenlader“ nichts zu tun. Höchstens auf der Hälfte der Strecke müssen Strippen hängen, den Rest können die Busse mit Batterien überbrücken – die nicht so groß und schwer wie bei anderen E-Bussen sein müssten.
Oberleitungsbus in Esslingen: Auch in Berlin sollen Strippen hängen.
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Zehn-Minuten-Grundtakt
Ab 2020 soll es auf allen Linien alle zehn Minuten eine Fahrt geben – montags bis freitags von 7 bis 20, sonnabends von 10 bis 18 Uhr.
Mehr Metro- und Expressbuslinien
Neun neue Metrobuslinien sind geplant. Merkmal: besonders dichter Fahrplan. Dazu zählen die M58 (Buch–Osloer Straße), M60 (Rudow–Adlershof), M94 (Hermannplatz–Friedrichsfelde Ost) und M95 (Mahlsdorf–Marzahn). Auch neue Expresslinien sind vorgesehen. Beispiele: X59 (Französisch Buchholz–Osloer Straße), X71 (Dahlem Dorf–BER) und X95 (Hönow– Altlandsberg).
Geprüft wird, wo sich autonome Kleinbusse, die ohne Fahrer auskommen, nützlich machen könnten. Drei Wohngebiete sollen besser erschlossen werden – durch Rufbusse, die man anfordern kann. Vorgesehen ist das für Neukölln (Herrfurth-/ Wartheplatz), Lichtenberg (rund um die Rüdigerstraße) sowie Mahlsdorf-Süd/Waldesruh.
Straßenbahnausbau hat Vorrang
Bis 2025 sollen unter anderem die Neubautrassen vom Alexanderplatz zum Kulturforum, von der Warschauer Straße zum Hermannplatz sowie vom Bahnhof Pankow zum Pasedagplatz fertig werden. Bis 2030 steht ein weiteres Dutzend Neubaustrecken auf dem Programm, etwa vom Potsdamer Platz zum Rathaus Steglitz, zum Wittenbergplatz/Zoo sowie zum Bahnhof Schöneweide.
Sie plant neue Angebote: Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne).
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Ebenfalls im Zeitraum 2026-30 sollen die Strecken vom Rathaus Spandau ins Falkenhagener Feld und nach Heerstraße Nord entstehen, 2031-35 folgt die Verbindung durch die Wasserstadt Spandau nach Jungfernheide.
Neue Strecken für die S-Bahn
Hohe Priorität hat die zweite Nord-Süd-Strecke (S21). Der Abschnitt Gesundbrunnen–Hauptbahnhof wird 2020 fertig. Das Anschlussstück zum Potsdamer Platz soll 2031-35 folgen, zur Yorck-/ Großgörschenstraße nach 2035. Schönholz–Tegel wird bis 2025 zweigleisig, bis 2030 folgen Wannsee– Griebnitzsee, Frohnau–Hohen Neuendorf und Buch– Bernau.
Auch das U-Bahn-Netz wächst
Drei Streckenverlängerungen werden bereits geprüft, die U6 zum heutigen Tegeler Flughafengelände, die U7 nach Schönefeld / BER und die U8 ins Märkische Viertel. Für die U9 sind Machbarkeitsstudien geplant: nach Pankow und Lankwitz. Die U-Bahn könne viele Menschen befördern, ist wetterunabhängig und reduziert den Verkehr auf den Straßen, sagte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne).
Jens Wieseke vom Fahrgastverband Igeb: „Die Geschichte lehrt, dass U-Bahnbau die Straße für den Autoverkehr freimachen sollte“. Die Grünen seien offenbar auf dem Wege zur Autofahrerpartei.
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