Die jungen Musiker aus dem Marzahner Orwo-Haus haben schon so einiges mitgemacht: Miet-Kündigungen, Proteste, Haus-Besetzungen. Jetzt müssen sie sich mit einem neuen Gegner rumärgern: Der Musikfabrik aus Köln.
Dabei handelt es sich um eine Musikervereinigung, die sich ihren Namen bei der EU hat schützen lassen. Das Problem: Auch das Orwo-Haus trug Musikfabrik stets als Beinamen. Damit sind die Kölner nicht einverstanden.
Da die vom Orwo-Haus „angebotenen Dienstleistungen weder ihrer Art oder ihrem Image nach zu den unter der Marke ,musikFabrik’ angebotenen Dienstleistungen passen, noch qualitativ als gleichwertig anzusehen sind, besteht die Gefahr, dass der gute Ruf geschädigt wird“, begründen die Anwälte der Kölner.
„Eine Frechheit“, findet Geoffrey Vasseur (35), Kulturleiter des Orwo-Hauses. „Ein staatlich gefördertes Kulturprojekt mahnt andere Kulturprojekte ab.“ Rund 20 Vereine nennen sich nämlich Musikfabrik.
Der Streit schwelt seit Dezember 2010. Die Anwälte der Einrichtungen schrieben sich die Finger wund. „Wir gehen jetzt auf die Unterlassung mit Vorsicht ein, weil wir uns nicht auf die Kosten eines Gerichtsprozesses einlassen wollten“, sagt Vasseur. Der Streitwert wurde von den Anwälten der Kölner auf 200 000 Euro festgesetzt.
Die Kölner äußern sich zu dem Rechtsstreit vorerst nicht. Auf dem Anrufbeantworter des Vereins heißt es: „Das Büro der Musikfabrik ist bis 14. August nicht besetzt ...“
SKA
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