Martina Gedeck spielt Kirsten Heisig

Ein Denkmal für Deutschlands berühmteste Richterin

Kirsten Heisig (†48): Bis heute ist die Berliner Jugendrichterin, die im Juni 2010 Selbstmord beging, unvergessen. Ein Teil ihrer Geschichte ist nun verfilmt worden. Hauptdarstellerin: Martina Gedeck (52).

Sina Kampe
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Martina Gedeck im Film, der die Geschichte von Kirsten Heisig erzählt.

Martina Gedeck im Film, der die Geschichte von Kirsten Heisig erzählt.

© CWP-Film/Oliver Vaccaro" (S2). BR/Bildarchiv Lizenz

Kirsten Heisig (†48): Bis heute ist die Berliner Jugendrichterin, die im Juni 2010 Selbstmord beging, unvergessen. Ein Teil ihrer Geschichte ist nun verfilmt worden. Hauptdarstellerin: Martina Gedeck (52). Dem KURIER erzählt die Schauspielerin, wie schwierig diese Rolle war.

Die ARD-Produktion heißt „Das Ende der Gewalt“. Genau wie das Buch, das Heisig kurz vor ihrem Tod geschrieben hatte. Die Geschichte, die der Film von Regisseur Christian Wagner (54) erzählt, ist fiktiv, aber an das Buch angelehnt.

Heisig heißt im Film Corinna Kleist (Martina Gedeck). Sie legt sich mit einem libanesischen Clan-Boss an, der seinen 13-jährigen Bruder Rafiq als Drogenkurier benutzt. Rafiq eine Chance zu geben, heißt für die Jugendrichterin, ihm einen Denkzettel zu verpassen – und das möglichst schnell. Und hier kommt die Realität ins Spiel.

„Neuköllner Modell“ nennt sich die Praxis, die Kirsten Heisig einst mit einem Kollegen einführte. Junge Täter sollen dabei für kleinere Delikte innerhalb von drei bis fünf Wochen nach der Tat vor Gericht gestellt werden. Sonst dauert es oft eineinhalb Jahre! Der schnelle Prozess des „Neuköllner Modells“ soll eine erzieherische Wirkung haben. Allerdings müssen Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht dafür eng zusammenarbeiten.

„Im Film geht es um Kirsten Heisigs Kampf in dieser doch sehr durchstrukturierten Institution, die das Moabiter Gericht ist“, erklärt Martina Gedeck. Mit Heisigs Buch hat sie sich vorab intensiv beschäftigt – und auch im Gericht recherchiert.

„Ich habe mit Weggefährten von Kirsten Heisig viele Gespräche geführt und durfte bei bestimmt 20 Gerichtsverhandlungen dabei sein.“ Die intensive Vorbereitung war für Gedeck extrem wichtig. „Es ist ja nicht nur eine Rolle. Man versucht, dem Menschen Kirsten Heisig gerecht zu werden.“

Gedreht wurde im Herbst 2013 an Originalschauplätzen. Gerade befindet sich „Das Ende der Geduld“ (produziert von der Münchener Firma Claussen + Woebke + Putz) in der Postproduktion. Die Ausstrahlung ist für 2014 in der ARD geplant.
Heisigs Geschichte werde, so Gedeck, bis zum Ende ihres Lebens erzählt. „Aber nur ihr berufliches Leben, nicht ihr Privatleben.“ Die Richterin lebte in der Zeit vor ihrem Tod von ihrem Mann getrennt. Der Anlass ihres Suizids ist allerdings bis heute rätselhaft. Kirsten Heisigs Familie, so heißt es, sei mit dem Filmprojekt einverstanden.

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