Landtagswahl im Osten

„Ich hoffe, die Leute wählen richtig“: Rapper über die Stimmung an der Ostsee

Der aus Rostock stammende Musiker Marteria spricht über volle Supermärkte, leere Restaurants und seine Unentschlossenheit vor der MV-Wahl im September.

Foto von Autor/Autorin: Paula Hitzemann
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Rapper Marteria vor der Bühne bei einem Konzert. Vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern zeigte er sich zuletzt unentschlossen bei der Parteiwahl.

Rapper Marteria vor der Bühne bei einem Konzert. Vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern zeigte er sich zuletzt unentschlossen bei der Parteiwahl.

© Matthias Koch/IMAGO

Zwischen Rostock und Rügen beobachtet Marteria, wie sich die Stimmung und der Alltag der Menschen verändert. Im Interview spricht er über Inflation, Unzufriedenheit und die Landtagswahl im September. Welche Partei er wählen wird, weiß der Rapper noch nicht. Wen er nicht wählen wird, weiß er dagegen ganz klar. 

Rapper Marteria weiß schon, wen er nicht wählt

„Ich mach's per Briefwahl“, sagte der 43-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Was er dabei ankreuzt, wisse er selbst noch nicht. Klar sei ihm dagegen, dass er nicht wolle, dass die AfD die Landesregierung stellt: Er habe „tatsächlich keinen Bock“ darauf, so der aus Rostock stammende Musiker, der mit bürgerlichem Namen Marten Laciny heißt.

Aktuelle Wahlumfragen sehen die AfD in Mecklenburg-Vorpommern ganz vorne.

Aktuelle Wahlumfragen sehen die AfD in Mecklenburg-Vorpommern ganz vorne.

© BODE/IMAGO

Gleichzeitig kenne er die Probleme und die politische Stimmung etwa auf Rügen, wo er seit Jahren wohnt. Was er damit meint: Die Stimmung gilt als tief gespalten. Die AfD baut ihren Vorsprung aus, während sich CDU und Linke ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern.

Die INSA-Umfrage vom 13. August 2026 sieht die AfD in Mecklenburg-Vorpommern bei 36 Prozent, vor der SPD mit 29 Prozent, Linke mit 11 Prozent und CDU mit 10 Prozent. Grüne, BSW und FDP kämpfen um den Einzug. Insgesamt wird der Wahlausgang trotzdem als offen beschrieben. „Ich hoffe, die Leute wählen richtig“, sagte der Rapper schlicht.

Materia: Die Menschen an der Ostsee sind unzufrieden

Marteria berichtete auch von eigenen Beobachtungen zur wirtschaftlichen Lage. „Ich merk' so eine Inflation zum ersten Mal richtig“, sagte er. „Es verändert sich gerade was, und die Leute sind unzufrieden.“

Er bemerke, dass Menschen seltener in Restaurants gingen. Hotels seien nicht ausgebucht, Urlauber nähmen sich stattdessen lieber Ferienwohnungen und kochten selbst. Gehe er gegen 17 Uhr in den örtlichen Supermarkt, sei dort „die Hölle los“, so der Musiker.

Er wünsche sich, dass die Menschen wieder mehr zusammenrückten.  „Und dafür braucht es meines Erachtens Politiker, die glaubwürdig sind“, sagte er. Es brauche Menschen mit Rückgrat, „die Leute wieder abholen und in ihren Bann so ziehen“.

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