Marcelinho-Abschied

„Papa, wir lieben dich. Aber mach endlich Feierabend“

Tochter Viviane beendet im Olympiastadion die Karriere von Marcelinho (41)

Wolfgang Heise
Lesezeit 2 Min

 Das Brasil-Team gewann gegen Hertha beim Gaudi-Spiel am Ende 8:7 (3:3). Marcelinho schoss alleine vier Tore. Eine große blau-weiße Karriere ist zu Ende.

Knuddeleinheit von Ex-Hertha-Manager Dieter Hoeneß.

Knuddeleinheit von Ex-Hertha-Manager Dieter Hoeneß.

© City-Press GbR

Seine Tochter Viviane (20) lief mit dem Mikrofon in der 90. Minute auf den Rasen und sagte: „Papa, wir lieben dich. Aber jetzt ist Schluss, mach endlich Feierabend.“ Marcelo ging auf seine Tochter zu, hatte Tränen in den Augen und sagte: „Ich liebe euch auch. Jetzt ist Schluss.“

Nach knapp elf Jahren Abwesenheit (spielte von 2001 bis 2006 bei Hertha) wollte er seine Karriere im Olympiastadion beenden: „Bei Hertha hatte ich die beste Zeit. Danke, liebe Fans, dass ihr alle gekommen seid!“

Kevin Kuranyi (l.) und Marcelinho.

Kevin Kuranyi (l.) und Marcelinho.

© dpa

Die Ostkurve jubelte und sang: „Marcelinho!“ Und Frank Zander zelebrierte seine Hymne „Nur nach Hause!“. Dabei drückte er Marcelinho ganz fest. Was für ein schöner Abschied!

Viel Spaß beim letzten Spiel

Doch vorher gab es viel Spaß beim letzten Spiel des Supertechnikers. Drei Turbo-Tore gleich am Anfang. Marcelinho traf nach Pass von Herthas Ex-Stürmer Marko Pantelic in der 2. Minute, danach glich Brasilien durch Sergio aus (4.), dann legte Marcelo für Pante zum 2:1 (56.) auf. Hohes Tempo am Anfang. Da ging bei einigen schnell die Puste aus.

Dick van Burik, sehr rund geworden, ließ sich nach 20 Minuten auswechseln. Topfit dagegen Arne Friedrich. Der spielte volle 90 Minuten mit hohem Tempo durch – Respekt!

Kiraly: Sensationelle Paraden 40

Doch einer brachte alle zum Staunen – Torwart Gabor Kiraly. Sensationelle Paraden mit 40 Jahren. Der Ungar erklärt: „Ich spiele noch immer in der ungarischen Ersten Liga bei Szombathely. Das mache ich noch zwei weitere Jahre. Es ist wunderschön mal wieder im Olympiastadion bei den Fans zu sein“, sagte er.

Aber zurück zum Ausnahmekönner Marcelinho. In der zweiten Halbzeit wechselte er das Trikot und ballerte noch dreimal (47., 66., 70.) ins Tor. Jeder Treffer schöner als der andere. Aber jetzt ist Schluss, schließlich hört er auf seine Tochter ...

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