Pretoria - Verlegen war Diego Maradona noch nie. Egal in welcher Krise oder in welchem Hoch er steckte, immer hatte er einen Spruch parat - ob lustig, hämisch, dumm oder ausgebufft. Auch die Psycho-Spielchen von Bastian Schweinsteiger nutzt Argentiniens Trainer zu einem Konter: Bist du nervös, Schweinsteiger?Schweinis bissige Worte von schlechten Verlierern und provozierenden Spielern, von fehlendem Respekt und mieser Mentalität nimmt Maradona nicht so ernst. Zumindest tut er so. Er hat gelernt, sich zu beherrschen. Bis zum Frühjahr war er von der Fifa gesperrt, weil er nach erfolgreicher Qualifikation einheimische Journalisten ("Ihr könnt mir einen blasen") anmachte.Doch innerlich kocht er. "Wir haben keine Zeit, um uns über dich Gedanken zu machen", rotzt der Argentinier Richtung Schweini. "Meine Jungs wollen einfach auf das Feld gehen und Revanche für 2006 nehmen."Genau das aber ist es, was Schweini so erregte. Die Hässlichkeiten und Gemeinheiten der Gauchos nach ihrem verlorenen Elfmeter-Krimi bei der WM in Deutschland. Die handfeste Keilerei, ausgelöst von Leandro Cufre, dem späteren Hertha-Spieler. Der hatte Per Mertesacker in den Unterleib getreten.Davon will Maradona nichts mehr wissen. Dabei war er selbst im Berliner Olympiastadion und erlebte die Krawalle mit. Plötzlich wiegelt er ab, säuselt: "Jedes Spiel hat seine eigene Geschichte, die Partie am Sonnabend wird eine andere haben als die 2006."Vielleicht auch nicht. Was dann, Diego?------------------------------
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